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Feuer in Schnellrestaurant eröffnet

Der Täter von München ist nach derzeitigem Ermittlungsstand ein 18-jähriger aus München. Dies teilte der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä in der Nacht auf Samstag mit. Der Mann hat sich nach bisherigen Ermittlungen nach der Schießerei mit neun Toten und 16 Verletzten selbst getötet.

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Das Motiv für die Tat und Hintergründe für die Tat sei noch völlig unklar, so Andrä bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Der Täter sei bisher noch nicht polizeilich aufgefallen. Eine Zivilstreife sei am Freitag schon früh auf den Täter gestoßen und hatte auch auf ihn geschossen, wie Andrä mitteilte. Bisher sei unklar, ob der Täter dabei auch getroffen wurde. Der Täter konnte der Zivilstreife entkommen.

Polizisten in München

AP/Sebastian Widmann

Die Polizei riegelte München großräumig ab

Für Hollande „terroristischer Anschlag“

Neun Menschen seien bei der Tat ums Leben gekommen, von den 16 Verletzten seien drei in lebensbedrohlichem Zustand, so der Polizeipräsident weiter. Unter den Verletzten seien auch Kinder, unter den Toten Jugendliche. Man sei derzeit dabei, deren Identität abzuklären, um dann die Angehörige informieren zu können, sagte er. Momentan gehe die Polizei von einer Schießerei aus.

Noch keine Auskunft gibt die deutsche Polizei derzeit darüber, ob es sich um einen Amoklauf oder einen Terrorangriff handelte. Das müssten die Ermittlungen zum Motiv klären. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund gab es den Behörden zufolge zunächst nicht. Frankreichs Präsident Francois Hollande hingegen wertete die Tat eindeutig als „terroristischen Anschlag“.

Persönliches Umfeld wird untersucht

Man wolle nun das persönliche Umfeld des Deutsch-Iraners untersuchen, der länger als zwei Jahre in München gelebt haben soll. Derzeit geht die Polizei von einem Einzeltäter aus, so Andrä weiter. Bei der Person, die auf einem im Internet kursierenden Video auf einem Parkdeck zu sehen ist, handle es sich nach derzeitigem Erkenntnisstand um den Täter, bestätigte der Polizeipräsident. Dieser hatte in einem Wortgefecht mit einem Augenzeugen darauf hingewiesen, dass er „ein Deutscher“ sei.

Einsatzfahrzeuge am Tatort

APA/AFP/Christophe Stache

Hunderte Einsatzkräfte waren vor Ort

Die Schießerei, nach ersten Erkenntnissen mit einer Pistole als Tatwaffe, habe zunächst in einem Fast-Food-Restaurant begonnen, sich dann aber in das Einkaufszentrum verlagert. Dort seien auch die Opfer zu beklagen, so der Polizeipräsident. Die Leiche des Täters sei in einer Nebenstraße in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums gefunden worden.

Viele Falschmeldungen nach Tat

Dass zunächst von drei möglichen Tätern ausgegangen worden sei, erklärte Andrä mit Zeugenaussagen sowie einem Auto, das am Tatort mit hoher Geschwindigkeit davongebraust sei. Dies habe aber nichts mit den schrecklichen Geschehnissen zu tun gehabt, hätten Ermittlungen ergeben. Nach der Tat habe es zahlreiche Hinweise auf Schießereien oder auch Geiselnahmen gegeben, die zu einer „massiven Verunsicherung“ geführt hätten. Alle Berichte hätten sich als falsch herausgestellt.

Karte zeigt das Olympia-Einkaufszentrum in München

Grafik: Omniscale/OSM/ORF.at

Die Schüsse fielen laut Polizei bei einem Schnellrestaurant am Olympia-Einkaufszentrum um 17.52 Uhr. Anschließend rasten von überall Polizei- und Rettungskräfte zu dem Einkaufszentrum. Die Gegend war weiträumig abgeriegelt. Über der ganzen Stadt kreisten Hubschrauber. Die Polizei rief Autofahrer auf, die Autobahnen in Richtung München für Einsatzfahrzeuge freizumachen. Das Olympia-Einkaufszentrum liegt mitten in einem Wohngebiet, zwei U-Bahn-Stationen vom Olympiastadion entfernt.

Warnung vor „akuter Terrorlage“

Nach den Schüssen brach Panik aus in Teilen der Stadt. Die Polizei warnte vor einer „akuten Terrorlage“, die Landeshauptstadt rief den „Sonderfall“ wegen einer „Amoklage“ aus. Die Polizei forderte die Anti-Terror-Einheit GSG 9 des Bundes und Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern an. Nach Angaben der Polizei gab es am Abend und in der Nacht 2.300 Einsatzkräfte in München, darunter auch 42 Cobra-Spezialpolizisten aus Österreich.

Polizeitautos vor dem Einkaufszentrum im München

picturedesk.com/dpa/Felix Hörhager

Der Täter erschoss im Olympia-Einkaufszentrum insgesamt neun Menschen

Information via Soziale Medien

Die Polizei informierte die Bevölkerung laufend über die Sozialen Medien. „Wir wissen derzeit nicht wo sich die Täter befinden. Passt auf Euch auf und meidet nach wie vor die Öffentlichkeit“, hieß es etwa rund zwei Stunden nach den Schüssen auf Twitter. Die Polizei forderte die Nutzer aber auch regelmäßig auf, mit Bildern und Inhalten verantwortungsbewusst umzugehen.

Facebook aktivierte den „Safety Check“ („Sicherheitscheck“) für München. Damit können Bewohner darüber informieren, dass sie in Sicherheit sind. Etliche Münchner twitterten den Hashtag #OffeneTür, um Menschen, die mangels Transportmittel nicht weiterkommen konnten, Unterschlupf zu gewähren.

Deutsche Politiker bestürzt

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck äußerte sich angesichts der Ereignisse bestürzt: „Der mörderische Angriff in München entsetzt mich zutiefst." In Gedanken sei er bei allen Opfern und bei allen, die um einen geliebten Menschen trauerten oder fürchteten. Kanzleramtsminister Peter Altmaier sagte im ZDF: "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Terroristen ihr Ziel erreichen, nämlich unsere Gesellschaft zu verunsichern.“

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ordnete nach dem Attentat für Samstag Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden an. Für Samstag berief er eine Sondersitzung seines Kabinetts ein. In Berlin soll das Bundessicherheitskabinett tagen. Ihm gehört auch Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) an - er soll bereits zum zweiten Mal in dieser Woche seinen Urlaub unterbrochen haben und auf dem Rückflug aus den USA sein, hieß es in Berlin. Er will am Samstag auch nach München kommen.

Erst am Montagabend hatte ein 17-jähriger Flüchtling mit einer Axt und einem Messer vier Touristen aus Hongkong in einem Regionalzug bei Würzburg schwer verletzt. Einsatzkräfte erschossen den Jugendlichen. Die Tat soll einen islamistischen Hintergrund haben. Die Münchner Polizei sieht aber bisher keine Parallelen mit dem aktuellen Fall.

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