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Staatsanwalt bestätigt Identität

Nachdem am Donnerstag in Nizza bei den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag ein Lkw in eine Menschenmenge gerast ist und dabei über 80 Menschen getötet hat, ist der nach dem Angriff getötete Attentäter identifiziert worden. Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge handelt es sich um den 31-jährigen Mohamed Lahouaiej Bouhlel, einen Frankotunesier mit Wohnsitz in Nizza.

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Er sei durch Fingerabdrücke identifiziert worden. Nach Angaben des Staatsanwalts Francois Molins war er den Geheimdiensten „vollkommen unbekannt“. Er sei auch in keiner Datenbank wegen möglicher Radikalisierung geführt worden. Vor seiner Erschießung habe er mehrfach auf Polizisten geschossen. Molins bestätigte, dass es kein Bekennerschreiben zu dem Anschlag gibt. Der Anschlag entspreche aber den „Mordappellen“ von verschiedenen islamistischen Gruppen.

Zu Bewährungsstrafe verurteilt

Zudem erklärte die Staatsanwaltschaft, der Attentäter sei im März wegen einer gewaltsamen Auseinandersetzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er sei wegen Waffengewalt zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dabei ging es nach Angaben der französischen Behörden um einen Streit nach einem Verkehrsunfall, bei dem der Mann eine Holzpalette auf seinen Kontrahenten geworfen habe.

Mit Fahrrad zu Lkw-Verleih

In dem Lkw wurde ein Ausweis des Mannes gefunden. Das Fahrzeug habe Bouhlel am 11. Juli gemietet. Er sei allein mit dem Fahrrad gekommen und habe den Lkw, den er am 13. Juli zurückbringen sollte, in einem Viertel von Nizza abgestellt. Am 14. Juli sei er gegen 22.30 Uhr aufgetaucht und habe dann den Anschlag verübt. Das Fahrrad sei im Laderaum des Lkws sichergestellt worden, so der Staatsanwalt.

Nach Angaben tunesischer Sicherheitskreise soll er in der tunesischen Stadt Msaken geboren worden sein und sich dort das letzte Mal vor vier Jahren aufgehalten haben. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt, auch wird nach möglichen Komplizen gesucht.

Razzia in Wohnung

Derzeit finden in Nizza offenbar mehrere Polizeioperationen statt. Untersucht wurde auch die Wohnung des mutmaßlichen Attentäters. Nur wenige Meter von der Wohnung entfernt nahm ein Entminungsteam seine Arbeit auf. Ziel des Einsatzes seien Mietwagen, berichtete die Regionalzeitung „Nice-Matin“. Zwei umliegende Gebäude seien evakuiert worden. Laut der Zeitung wurde ein verdächtiges Paket gesprengt.

Noch hat sich keine Terrororganisation zu der Tat bekannt. Laut einem Bericht der BBC erwähnte das tägliche Radiobulletin des Islamischen Staates (IS) das Attentat in Nizza nicht. Auch die „Nachrichtenagentur“ Amak meldete kein Anschlagsbekenntnis. Laut Einschätzung der BBC mindert das die Wahrscheinlichkeit für eine Beteiligung der Extremistenmiliz allerdings nicht.

Notrufnummer aktiviert

Die Zentrale für Opferhilfe im französischen Außenministerium richtete nach der Attacke eine Notrufnummer für Angehörige ein. Die Nummer lautet +33143175646. In Österreich ist das Bürgerservice des Außenministeriums unter 0501150-4411 erreichbar.

Die Nachrichtenagentur AP berichtete unterdessen, dass der Flughafen von Nizza kurzzeitig geräumt wurde. Ursache für den Einsatz sei wahrscheinlich ein verdächtiges Paket gewesen, berichtete die Tageszeitung „Liberation“. AP zufolge gab es kurz danach wieder Entwarnung.

In feiernde Menge gerast

Die Tat ereignete sich gegen 23.00 Uhr während des traditionellen Feuerwerks zum Nationalfeiertag auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais. Auf dieser hielten sich laut AFP zu diesem Zeitpunkt rund 30.000 Personen auf. Der Täter raste mit einem 19 Tonnen schweren Lkw durch die Menschenmenge und konnte erst nach zwei Kilometern durch Schüsse der Polizei gestoppt werden.

Karte zeigt Anschlagsort in Nizza

Grafik: Omniscale/OSM/APA/ORF.at; Quelle: New York Times

„Terroristen ausgeschaltet“

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte in der Früh den Tod des Täters bestätigt und von Terrorismus gesprochen: Die Polizei habe „in einer sehr gefährlichen Situation einen Terroristen ausschalten können“, sagte er in Nizza. Zuvor hatte bereits Hollande von einem eindeutigen „terroristischen Charakter“ der Tat gesprochen.

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