Juncker erwartet bedeutendere Rolle Berlins in EU

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Deutschland eine bedeutendere Rolle in der EU nach dem „Brexit“ prophezeit. Er sagte der „Bild“-Zeitung (Samstag-Ausgabe), Berlin werde auch weiterhin „eine zentrale, wenn nicht sogar eine noch wichtigere Rolle in der Europäischen Union spielen“.

Zu Befürchtungen, die EU werde künftig von einer Achse Paris-Rom-Madrid bestimmt, sagte er, genauso wenig wie die EU bisher von Großbritannien bestimmt worden sei, werde sie künftig von einem anderen Trio geleitet werden.

Referenden in anderen EU-Ländern möglich

Zum Ausgang des Referendums in Großbritannien sagte Juncker, die EU müsse die Chance nutzen, „klüger aus dieser Situation hervorzugehen“. Beim kommenden EU-Gipfel müsse darüber debattiert werden, „wie wir besser auf die Sorgen der Menschen in Europa eingehen und populistischen Bewegungen mit vereinten Kräften und entschieden entgegenwirken können“. Mögliche Referenden zu einem EU-Austritt auch in anderen Mitgliedsländern seien nicht auszuschließen.

Juncker machte den Premier mitverantwortlich für das Ergebnis des Referendums, das nicht verwunderlich sei. „Wenn jemand von Montag bis Samstag über Europa schimpft, dann nimmt man ihm auch am Sonntag nicht ab, dass er überzeugter Europäer ist“, sagte Juncker der „Bild“-Zeitung. Die EU habe ihrerseits „alles getan“, um Camerons Positionen entgegenzukommen, sagte er mit Blick auf Reformen, die Großbritannien im Fall eines EU-Verbleibs zugesagt worden waren.