Zunehmende Spannungen
Im Konflikt um den syrischen Bürgerkrieg wachsen die Spannungen zwischen Russland und den USA. Moskau warnte am Freitag vor einem militärischen Sturz von Machthaber Baschar al-Assad. Mehr als 50 Diplomaten des Außenministeriums in Washington hatten sich zuvor in einem internen Memorandum für US-Militärschläge gegen die syrische Regierung ausgesprochen.
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Die arabische Nachrichtenseite des US-Senders CNN meldete unterdessen, russische Jets hätten in Syrien mit den USA verbündete Rebellen angegriffen. CNN zitierte Angaben aus dem Pentagon, wonach die gemäßigten Regimegegner in der Nähe des Orts al-Tanf unweit der Grenze zum Irak und zu Jordanien bombardiert worden seien.
Auch die in Großbritannien sitzende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, nicht näher genannte Kampfflugzeuge hätten dort Kämpfer der Neuen Syrischen Armee beschossen. Dabei handelt es sich um Truppen, die von den USA und ihren Verbündeten in Jordanien für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgebildet wurden.
„Ernste Bedenken“
Ein Pentagon-Sprecher erklärte, das US-Verteidigungsministerium wisse von Berichten über Angriffe auf moderate Oppositionelle. Einzelheiten seien nicht bekannt. „Sollte diese Aktion tatsächlich von den Russen ausgeführt worden sein, dann hätten wir ernste Bedenken.“
US-Diplomaten kritisieren Obama
Das Schreiben der Diplomaten des US-Außenministeriums beinhaltet unterdessen auch scharfe Kritik an der Syrien-Politik von Präsident Barack Obama. Luftschläge und Raketeneinsätze gegen die syrische Regierung sollten einen „strengeren und nüchterneren US-geführten diplomatischen Prozess“ unterstützen.
Der Brief, aus dem die „New York Times“ („NYT“) zitiert, macht die tiefe Unzufriedenheit deutlich, die in der eigenen Regierung über die eher vorsichtige Syrien-Politik Obamas herrscht. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass die US-Regierung auf diesen gänzlich anderen Kurs einschwenkt.
Washington lehnt bisher ein militärisches Vorgehen gegen Assad ab. US-Jets greifen in Syrien nur die Terrormiliz IS und andere Extremisten an.
Kreml warnt vor „Chaos“
Kreml-Sprecher Dimitri Peskow warnte, ein militärischer Sturz Assads würde die Lage nur verschlimmern. „Das würde die ganze Region ins Chaos stürzen“, erklärte er der Agentur Interfax zufolge. Russland ist der wichtigste Verbündete der syrischen Regierung.
Am Samstag traf unterdessen der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu zu einem unangekündigten Besuch in Syrien eingetroffen, in dessen Rahmen er sich auch -Assad in Damaskus traf. Nach Angaben der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana kam der „Arbeitsbesuch“ auf Anweisung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zustande.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen demnach die „militärische Zusammenarbeit“ sowie der gemeinsame Kampf gegen „terroristische Organisationen auf syrischem Boden“. Schoigu ist der ranghöchste Regierungsvertreter Russlands, der seit Beginn des Bürgerkriegs vor über fünf Jahren nach Syrien reiste. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums besuchte er dabei auch die russische Luftwaffenbasis Hmeimim im Westen Syriens.
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