Dutzende in Südsudan entführte Kinder freigelassen

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Dutzende äthiopische Kinder, die im April in den Südsudan verschleppt worden waren, sind von ihren Entführern freigelassen worden und nach Hause zurückgekehrt.

Wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) am Mittwoch in Addis Abeba mitteilte, handele es sich um 88 von insgesamt 136 Kindern, die im Zuge eines grenzüberschreitenden Angriffs von Südsudanesen im Nachbarland verschleppt und in fremden Familien festgehalten worden seien.

„Die meisten der Kinder sind zwischen drei und fünf Jahre alt“, sagte Sacha Westerbeek von UNICEF Äthiopien. „Viele von ihnen sahen sehr verstört und benommen aus.“ Laut Westerbeek mussten die Kinder mit ansehen, wie Menschen getötet wurden. „Man kann die Angst in ihren Augen sehen“, sagte sie.

Verheerender Angriff auf Dorf in Äthiopien

Bewaffnete des Murle-Volkes, das in der Region Jonglei im Osten des Südsudan lebt, waren am 15. April im nahe gelegenen Äthiopien eingefallen und hatten Angehörige des Nuer-Volkes angegriffen. Solche Angriffe mit dem Ziel, Vieh und Kinder zu stehlen, kommen häufig vor, aber nicht in diesem Ausmaß: Damals wurden 216 Menschen getötet und 136 Kinder entführt. Außerdem wurden 3.000 Stück Vieh gestohlen.

Die äthiopische Armee sah sich daraufhin veranlasst, die Grenze zu überqueren und nach den Kindern zu suchen. In Verhandlungen gelang es, die Murle zur Freilassung von 88 Kindern zu bewegen. Die Verhandlungen zur Freigabe der 58 weiteren Kinder dauerten noch an.