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Sieger noch unklar

Das Hofburg-Rennen wird zum Wahlkrimi. In der neuesten Hochrechnung liegt der von den Grünen unterstützte Alexander Van der Bellen genau gleichauf mit FPÖ-Kandidat Norbert Hofer. Nach derzeitigem Stand werden wohl erst die Wahlkarten den Ausgang entscheiden. Das Ergebnis wird damit erst am Montag feststehen.

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Laut jüngster SORA-Hochrechnung für den ORF kommt Hofer auf 50,0 Prozent der Stimmen. Van der Bellen liegt mit 50,0 Prozent gleichauf. Entscheidend wird sein, wie die Wienerinnen und Wiener abgestimmt haben. In der Bundeshauptstadt schlossen die Wahllokale erst um 17.00 Uhr, dementsprechend sind erst wenige Sprengel aus Wien eingerechnet. Mit diesen überholte Van der Bellen seinen Konkurrenten in der Hochrechnung von 17.32 Uhr. Dann wiederum holte Hofer wieder auf. Zwischen den beiden Kandidaten lagen nur wenige hundert Stimmen.

Hochrechnung Bundespräsidentschaftswahl 2016

SORA/ORF

In die Hochrechnung eingerechnet sind auch die fast 900.000 Wahlkartenwähler. Für diese wird ein deutlicher Überhang an Stimmen für Van der Bellen erwartet. Wie groß dieser Vorsprung tatsächlich ist, steht erst nach der Auszählung am Montag fest.

Hofer punktet auf dem Land

Aus einigen Bundesländern liegen bereits vorläufige Ergebnisse - freilich ohne Wahlkarten - vor. In Vorarlberg setzte sich Van der Bellen mit 56,4 Prozent gegen Hofer mit 43,6 Prozent durch. Im Burgenland siegte Hofer deutlich mit 63 Prozent. In Salzburg setzte sich der FPÖ-Kandidat mit 55,1 Prozent durch, in Kärnten mit 60,1 Prozent. In der Steiermark gewann er 58,7 Prozent, nur Graz gewann Van der Bellen deutlich. Auch Niederösterreich geht wohl an Hofer.

Ohne Wahlkarten lag Hofer auch im vorläufigen Endergebnis in Oberösterreich und Tirol voran, allerdings dürfte Van der Bellen in den beiden Bundesländern mit Wahlkarten noch als Erster ins Ziel gehen. Wien geht laut SORA-Hochrechnung deutlich an Van der Bellen, derzeit werden 63 Prozent für ihn prognostiziert.

Deutlich ist die Kluft zwischen Stadt und Land. In praktisch allen Städten setzte sich Van der Bellen deutlich durch. Eisenstadt ging als einzige Landeshauptstadt an Hofer.

Höhere Wahlbeteiligung

Schon während des Wahltages zeichnete sich eine hohe Wahlbeteiligung ab: In den Städten Wien und Salzburg, aber auch auf dem Land - etwa in Niederösterreich - vermeldeten die jeweiligen Wahlbehörden am Vormittag durchgehend eine höhere Beteiligung als zum selben Zeitpunkt vor einem Monat. Laut SORA-Hochrechnung könnte sie bei rund 72 Pozent liegen.

Schild "Zum Wahllokal"

APA/Georg Hochmuth

So leer waren die Wahllokale meist nicht

Am ersten Wahlgang hatten 68,5 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen - ein deutliches Plus gegenüber dem historischen Tiefststand im Jahr 2010 von 53,57 Prozent bei der Wiederwahl von Noch-Bundespräsident Heinz Fischer.

Beide Kandidaten optimistisch

Van der Bellen zeigte sich bei seinem Eintreffen in der Hofburg „vorsichtig zuversichtlich“. Er verwies gegenüber Journalisten auf die noch ausständige Auszählung der großen Städte und der Wahlkarten. Wie der Souverän entschieden habe, wisse man noch nicht. Grundsätzlich meinte er auf eine Journalistenanfrage, dass noch in jedem Wahlkampf Gräben aufgerissen worden seien.

Auch Hofer vertraute darauf, dass er in die Hofburg einziehen könnte. Egal wer gewinne, der neue Präsident müsse versuchen, Österreich zu einen. Er sei immer ein Optimist und bleibe das auch. Allerdings werde er diesmal „nicht so gut schlafen wie sonst“, meinte Hofer mit Verweis darauf, dass das Endergebnis nicht Sonntagabend feststehen dürfte.

FPÖ von Sieg überzeugt

Trotz der knappen Ergebnisse in den Hochrechnungen ist FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl davon überzeugt, dass Hofer Bundespräsident wird. „Das Ergebnis ist auch ein Sieg der Demokratie und der Glaubwürdigkeit“, sagte er zur APA. Hofers Gegenkandidat Van der Bellen habe am Schluss auf einen „Angstwahlkampf“ gesetzt.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sprach von einem „Sieg der Demokratie“. Es sei der „bewegendste und schönste Moment“, den er in seiner „politischen Karriere erleben darf“. Strache beklagte sich über die Hochrechnung des ORF und verwies auf die Zahlen des Innenministeriums, die Hofer deutlicher voran sehen. Allerdings berücksichtigt das Innenministerium in seiner Prognose die 900.000 Wahlkarten nicht.

Auch Grüne zuversichtlich

Mit Zuversicht kommentierte Van der Bellens Wahlkampfmanager Lothar Lockl die ersten vorliegenden Hochrechnungen. „Wir sind ganz knapp dran“, sagte er vor Journalisten im Wiener Palais Auersperg. „Wir haben eine Chance, wir glauben daran, es kann sich ausgehen.“ Lockl sprach von einem Fotofinish, „das Spiel geht in die Verlängerung“.

Aufgeregt und „sehr optimistisch“ zeigte sich Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Sie sei „unglaublich gespannt“, Van der Bellen habe ein „Fotofinish“ hingelegt. Angesichts der großartigen Wahlbewegung sei sie sprachlos. All das sei ein „sehr schönes, ermutigendes Signal für Österreich“. Alles sei noch offen, klar sei nur, dass Van der Bellen eine unglaubliche Aufholjagd hingelegt habe.

Kandidaten bei Stimmabgabe optimistisch

Als Erster wählte Hofer - in seiner burgenländischen Heimatgemeinde Pinkafeld. Der freiheitliche Präsidentschaftskandidat traf um 10.30 Uhr bei Sonnenschein vor dem Schulgebäude ein. Dabei waren Frau Verena und seine Tochter - und zahlreiche Medienvertreter, darunter auch internationale Presse.

Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer bei der Stimmabgabe

APA/AFP/Dieter Nagl

Hofer bei der Stimmabgabe

Hofer: „Irrsinnig spannender Tag“

„Ich bin noch relativ ruhig", die Nervosität könnte noch im Laufe des Tages kommen“, so Hofer beim Eintreffen. Es sei ein „irrsinnig spannender Tag“, und das Ergebnis sei schwer abzuschätzen. Er rechnete aber mit einem Sieg und erhoffte sich, dass 52 Prozent der Österreicher für ihn stimmen - mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Van der Bellen: „Vorsichtig optimistisch“

Van der Bellen gab etwas später im Amerling-Gymnasium in Wien-Mariahilf seine Stimme ab. Bei Weitem mehr Journalisten und Kamerateams als beim ersten Wahlgang im April erwarteten diesmal den ehemaligen Bundessprecher der Grünen. Van der Bellen traf bei sonnigem, aber stürmischem Wetter in Begleitung seiner Frau Doris Schmidauer kurz nach 11.00 Uhr ein.

Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen bei der Stimmabgabe

APA/AFP/Joe Klamar

Van der Bellen mit Ehefrau bei der Stimmabgabe

Er sei „vorsichtig optimistisch“, die Stichwahl für sich entscheiden zu können, sagte er danach in einem Medienstatement unter freiem Himmel - mehr dazu in wien.ORF.at.

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