Rege Beteiligung am Vormittag
Nach dem wochenlangen, zum Teil sehr emotional geführten Medienwahlkampf haben die beiden in die Stichwahl um das Bundespräsidentenamt eingezogenen Kandidaten - Norbert Hofer (FPÖ) und Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen - Sonntagvormittag ihre Stimmen abgegeben. Zumindest bis 17.00 Uhr heißt es jetzt für beide: warten und bangen.
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Als Erster wählte Hofer - in seiner burgenländischen Heimatgemeinde Pinkafeld. Der freiheitliche Präsidentschaftskandidat traf um 10.30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein vor dem Schulgebäude ein. Dabei waren Frau Verena und seine Tochter - und zahlreiche Medienvertreter, darunter auch internationale Presse.
Hofer: „Irrsinnig spannender Tag“
„Ich bin noch relativ ruhig“, die Nervosität könnte noch im Laufe des Tages kommen, so Hofer beim Eintreffen. Es sei ein „irrsinnig spannender Tag“, und das Ergebnis sei schwer abzuschätzen. Er rechnet aber mit einem Sieg und erhofft sich, dass 52 Prozent der Österreicher für ihn stimmen - mehr dazu in burgenland.ORF.at.

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Hofer bei der Stimmabgabe
Van der Bellen: „Vorsichtig optimistisch“
Van der Bellen gab etwas später im Amerling-Gymnasium in Wien-Mariahilf seine Stimme ab. Bei Weitem mehr Journalisten und Kamerateams als beim ersten Wahlgang im April erwarteten diesmal den ehemaligen Bundessprecher der Grünen. Van der Bellen traf bei sonnigem, aber stürmischem Wetter in Begleitung seiner Frau Doris Schmidauer kurz nach 11.00 Uhr ein.
Er sei „vorsichtig optimistisch“, die Stichwahl für sich entscheiden zu können, sagte er danach in einem Medienstatement unter freiem Himmel. Wegen der Briefwähler sei es möglich, dass die Entscheidung erst am Montag vorliegen könnte - mehr dazu in wien.ORF.at.

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Van der Bellen mit Ehefrau bei der Stimmabgabe
Hinweise auf höhere Wahlbeteiligung
Erste Berichte über die Wahlbeteiligung deuteten darauf hin, dass diese höher ausfallen könnte als zuletzt: In den Städten Wien und Salzburg, aber auch auf dem Land - etwa in Niederösterreich - vermeldeten die jeweiligen Wahlbehörden am Vormittag durchgehend eine höhere Wahlbeteiligung als zum selben Zeitpunkt vor einem Monat.
In Vorarlberg war die Stichwahl zu Mittag bereits zu Ende. Wie im westlichsten österreichischen Bundesland üblich schlossen die letzten Wahllokale um 13.00 Uhr. Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Frühlingstemperaturen lag die Wahlbeteiligung auch hier höher: Nach ausgezählten 45 Kommunen waren es mit 56,4 Prozent um 5,7 Prozentpunkte mehr als vor vier Wochen.
Kern allein und ohne Kommentar
Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) gab am Vormittag in Wien seine Stimme für die Bundespräsidentenwahl ab. Der neue Regierungschef kam ohne seine Familie in das Wahllokal im Amtshaus Hermanngasse im siebenten Gemeindebezirk.
Eine politische Stellungnahme gab Kern den wartenden Journalisten nicht ab. Allerdings hatte er schon zu seiner Bestellung klargestellt, dass er den von den Grünen unterstützten Kandidaten Van der Bellen wählen werde.
Ohne öffentliche Begleitung gab die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig am Sonntag ihre Stimme ab. Sie erschien schon früher als ursprünglich angekündigt in ihrem Wahllokal, in der Volksschule Wichtelgasse im 17. Bezirk.
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