Großbrand in Reifendeponie: Evakuierung in Sesena

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Ein Feuer in Spaniens größter Autoreifendeponie hat vor den Toren von Madrid eine riesige, giftige Rauchwolke in den Himmel steigen lassen. Eine Siedlung in der Kleinstadt Sesena südlich der Hauptstadt wurde heute vorsichtshalber evakuiert. Die Bewohner anderer Ortschaften wurden aufgerufen, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Frauen mit Masken in Sesena vor dem Hintergrund einer schwarzen Rauchwolke

AP/Paul White

Die Behörden lösten Katastrophenalarm aus, allerdings auf einer niedrigen Alarmstufe. Wie die Regierung der Region Kastilien-La Mancha in Toledo mitteilte, mussten in Sesena etwa 1.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Die Räumung sei angeordnet worden für den Fall, dass die giftige Rauchwolke nach einer Änderung der Windrichtung in die Siedlung getrieben würde. Ein großer Teil der Bewohner habe den betroffenen Stadtteil schon vorher freiwillig verlassen.

Luft wird laufend geprüft

Das Militär unterstützte die Feuerwehr mit Tankflugzeugen, die aus der Luft große Mengen Wasser abwarfen. Der Umweltexperte Joan Grimalt vom staatlichen Forschungsinstitut CSIC warnte, dass der Rauch „sehr gesundheitsschädlich“ sei und „stark krebserregende Stoffe“ enthalte. Die Umweltbehörden ließen in der Umgebung ständig die Luftqualität überprüfen. Eine Autobahn wurde gesperrt.

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Der brennende Reifenberg sorgt für einen Großeinsatz der Feuerwehr. (iptv.ORF.at)

Die Deponie erstreckt sich über eine Fläche von etwa 20 Fußballfeldern. Dort sind nach Informationen der Nachrichtenagentur EFE etwa fünf Millionen Autoreifen mit einem Gewicht von 100.000 Tonnen gelagert. Spanischen Medienberichten zufolge soll sie die größte Deponie dieser Art in Europa sein.

Vor mehr als einem Jahrzehnt war sie wegen Verstößen gegen den Umweltschutz von der Justiz für illegal erklärt worden. Die zuständigen Regierungen in den Regionen Madrid und Kastilien-La Mancha konnten sich bisher jedoch nicht auf eine Beseitigung der Reifenberge verständigen. Der Betreiber der Reifendeponie ist untergetaucht.