Israel lehnt Kontakte zu FPÖ-Politikern weiter ab
Israel bleibt bei seiner Politik, offizielle Kontakte zu FPÖ-Politikern abzulehnen. Das sagte die israelische Botschafterin Talya Lador-Fresher im Interview mit der APA in Wien auf die Frage nach einem möglichen Sieg von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl in rund einer Woche.
„Die Politik der Regierung Israels und auch der Botschaft ist, dass wir keine offiziellen Kontakte zur FPÖ haben“, sagte Lador-Fresher. „Das ist unsere Politik, und die wurde nicht geändert.“ Zu etwaigen Konsequenzen wollte sich die Botschafterin nicht äußern.
Als die FPÖ im Jahr 2000 an die Regierung kam, hatte Israel die diplomatischen Beziehungen auf Eis gelegt.
Beziehungen „nicht auf dem Höhepunkt“
Heuer feiern Österreich und Israel das 60-jährige Bestehen der bilateralen Beziehungen. Zu diesem Anlass reist Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) am Sonntag nach Jerusalem. Es sei ein „wichtiger Besuch“, betonte Lador-Fresher und verwies auf ein Treffen von Kurz mit Premier Benjamin Netanjahu, der auch das Amt des Außenministers ausübt.
Die Beziehungen zwischen Österreich und Israel bezeichnete sie als „gut, aber nicht auf dem Höhepunkt“. Es könnte mehr getan werden - auf politischer Ebene, aber auch etwa im Bereich Kooperation der Hochtechnologie oder im bilateralen Handel. Österreichische Exporte nach Israel machten im Vorjahr 408 Mio. US-Dollar (358 Mio. Euro) aus, israelische im Gegenzug nur 53 Mio. Dollar.
„Working Holiday“-Abkommen wird unterzeichnet
Sehr erfreut zeigte sich die Botschafterin, dass Kurz und Netanjahu das „Working Holiday“-Abkommen unterzeichnen werden. Dabei handelt es sich um eine bilaterale Vereinbarung über Ferienarbeitsaufenthalte von jungen Menschen. Zwischen 18- und 30-Jährige können so während eines Urlaubs im jeweils anderen Land unbürokratisch einer Beschäftigung nachgehen.
Rund 25 junge Menschen werden Außenminister Kurz auf seiner Reise nach Israel begleiten. Vertreter verschiedener Organisationen, u. a. der Jungen Wirtschaft, Diplomatischen Akademie, Jungbauern und der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) wurden dazu eingeladen.
Botschafterin hofft auf Mitterlehner-Besuch
Die Botschafterin hofft auch, dass ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner Israel einen Besuch abstattet. Dass der Vizekanzler im Dezember des Vorjahrs eine geplante Visite absagte und das Abkommen zur wissenschaftlichen Kooperation nicht unterzeichnete, bedauerte sie sehr.
Die Absage erfolgte, weil der israelische Wissenschaftsminister Ofir Akunis darauf bestand, Mitterlehner in Ostjerusalem zu treffen, auf aus EU-Sicht völkerrechtswidrig besetztem Gebiet.