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„Brutale Attacke“ abgewehrt

Der US-Todesschütze George Zimmerman versteigert im Internet die Waffe, mit der er vor vier Jahren den unbewaffneten afroamerikanischen Teenager Trayvon Martin erschossen hat. „Das ist ein Stück amerikanischer Geschichte“, schrieb er in der Produktbeschreibung auf der Onlineauktionsplattform GunBroker.com am Donnerstag.

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Er habe mit dieser Schusswaffe sein Leben verteidigt und Martins „brutale Attacke“ abgewehrt, heißt es dort weiter. Die Auktion solle zu Mittag (Ortszeit) beginnen und rund einen Tag lang gehen. Das Justizministerium habe ihm die Waffe zurückgegeben, so Zimmerman auf GunBroker.com.

Tatwaffe im Fall Trayvon Martin

Reuters/Joe Burbank

Die Waffe wurde bei dem Prozess präsentiert

Debatte über Rassismus angeheizt

2012 hatte der damalige Nachbarschaftswächter Zimmerman den 17-jährigen Martin in Sanford im Bundesstaat Florida erschossen. Es folgte ein vielbeachteter Prozess, in dem sich Zimmerman erfolgreich auf Notwehr berief. Das Urteil löste Demonstrationen in mehr als hundert Städten aus und heizte die Debatte über rassistische Vorurteile gegenüber Schwarzen erneut an.

Weitere Fälle sorgten für Aufruhr

Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze sorgten seitdem wiederholt für Empörung und Aufruhr in den USA. Im Sommer 2014 hatte die Tötung des 18-jährigen Michael Brown in Ferguson im Bundesstaat Missouri schwere Unruhen ausgelöst. Der verantwortliche Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl Brown unbewaffnet war. Im April 2015 führte der Tod des Schwarzen Freddie Gray in Polizeigewahrsam in Baltimore zu Ausschreitungen in der Ostküstenstadt. Der Prozess gegen den ersten der sechs angeklagten Polizisten in dem Fall platzte im Dezember, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten.

George Zimmerman

Reuters/Orlando Sentinel/Joe Burbank

George Zimmerman bei dem Prozess, der mit einem Freispruch endete

Obama meldete sich zu Wort

Knapp eine Woche nach dem Urteil im Fall Zimmerman hatte sich US-Präsident Barack Obama überraschend zu dem Fall geäußert. Afroamerikaner erfülle der umstrittene Freispruch des Todesschützen auch deshalb mit Schmerz, weil sie selbst eine „Reihe von Erfahrungen“ gemacht hätten, sagte Obama im Weißen Haus.

Protestierende in Chicago

APA/AP/Scott Eisen

Demonstration in Chicago gegen den Freispruch

Schwarze Männer in den USA seien es gewohnt, dass man sich vor ihnen fürchte, sagte der erste dunkelhäutige Präsident der Vereinigten Staaten. Nur wenige Afroamerikaner hätten noch nicht selbst erlebt, dass Frauen nervös ihre Handtasche umklammerten und die Luft anhielten, wenn ein Schwarzer in der Nähe ist. Vor seiner Wahl zum Senator des US-Staats Illinois habe er selbst erlebt, wie Autofahrer in seiner Nähe ihre Türen verriegelten, so Obama damals. Schwarze Buben würden häufig über einen Kamm geschoren.

„Das hätte ich vor 35 Jahren sein können“

Über den getöteten Teenager sagte er: „Das hätte ich vor 35 Jahren sein können.“ Der umstrittene Prozess sei aber professionell abgelaufen, und an dem Urteil sei nicht zu rütteln. Der Präsident warf die Frage auf, ob Martin umgekehrt ebenfalls freigesprochen worden wäre, wenn er sich von Zimmerman bedroht gefühlt und diesen getötet hätte.

„Und wenn die Antwort darauf nur ein bisschen unklar ist, dann scheint mir, dass wir diese Art Gesetze überdenken müssen“, sagte Obama. Der Fall warf auch ein Schlaglicht auf das „Stand your ground“-Gesetz („Weiche nicht zurück“), das Menschen in Florida ein weitreichendes Recht zur Selbstverteidigung einräumt. Ähnliche Regeln gelten in etwa 30 weiteren Bundesstaaten.

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