Einhellige Ablehnung aus Tirol und Südtirol
FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache hat sich für die Wiedervereinigung Tirols ausgesprochen. „Ich will die bestehende Wunde heilen und Tirol die Möglichkeit geben, sich wieder zu vereinen“, sagte Strache im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“. Südtirol solle die Möglichkeit zur Selbstbestimmung gegeben werden. Es solle frei über seine Zukunft entscheiden können.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Strache sagte außerdem, dass Österreichs Grenzkontrollen auf dem Brenner eine „Notstandslösung“ seien. „Wenn man nicht angemessen die EU-Außengrenzen schützt, wenn ihr Italiener weiterhin Migranten einreisen lässt, als wärt ihr Staatsschlepper, ist das nicht in Ordnung. Österreich muss sich schützen. (Italiens Premier, Anm.) Matteo Renzi tut nichts anderes, als die Migranten hierher einzuladen, nicht wahr? Genau wie (die deutsche Kanzlerin, Anm.) Angela Merkel. Wir müssen uns schützen“, sagte Strache.
Scharfe Kritik und ein Lob
Die Äußerungen wurden von Renzi („schandhaft“) ebenso zurückgewiesen wie von den Tiroler, den italienischen und den europäischen Grünen und auch dem prominenten Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner. Er nannte die Aussagen „bedeutungslos“. Man solle nicht auf Populisten hören, die den Frieden in Südtirol zerstören wollten und aus der Geschichte offenbar nichts gelernt hätten - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.
Zustimmung gab es erwartungsgemäß vom Chef von Italiens fremdenfeindlicher Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini. Die Lega Nord zählt zu den Verbündeten der FPÖ im EU-Parlament. Renzi und Merkel seien „Freunde der illegalen Migranten und Feinde ihrer Bürger“, sagte Salvini am Donnerstag in Bozen, wo er an einer Wahlveranstaltung seiner Partei vor den Kommunalwahlen am Sonntag teilnahm. In Bozen wolle er eine „Allianz europäischer Völker“ lancieren, sagte Salvini.
Strache sieht „neue politische Ära“ ab Hofer
Salvini zufolge wolle man „Grenzen und Zukunft schützen“. Auch Strache hatte im Interview gemeint, seine Partei kämpfe gegen die „Islamisierung Europas“, zum Unterschied von der „Sozialromantik der Willkommenspolitik“. Die einreisende Flüchtlinge seien keine Akademiker, wie man oft erzähle, sondern unter ihnen gebe es viele Analphabeten. „Und es gibt Terroristen, die sich unter die Flüchtlinge mischen, wie es die Anschläge in Europa bezeugen“, sagte Strache.
Strache zeigte sich vom Sieg des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer bei der Stichwahl am 22. Mai überzeugt. „Wir stehen vor einer Wende, vor einer neuen politischen Ära. Dieses verkrustete System aus zwei Parteien ist zu Ende. Das verdanken wir der außerordentlichen Persönlichkeit unseres Kandidaten Hofer. (...) Hofer wird der Verteidiger der Interessen des österreichischen Volks sein“, so Strache.
Links: