Hofer: Kanzleramt „Sache der gewählten Parteien“

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Norbert Hofer würde als Bundespräsident im Falle eines „fliegenden“ Wechsels an der SPÖ-Spitze auch einen neuen roten Kanzler angeloben. Befürchtungen, dass er einen entsprechenden Vorschlag der SPÖ nicht akzeptieren würde, wies er im APA-Interview zurück.

Einen Ausschließungsgrund gebe es Hofer zufolge nur, „wenn jemand verurteilt worden ist“ oder „irgendetwas gedreht oder gedeichselt hat, was nicht in Ordnung ist“. Ansonsten sei es „Sache der gewählten Parteien, jemanden zu nominieren“.

„Wie das Gewürz einer Speise“

Österreichs EU-Mitgliedschaft hält Hofer unterdessen derzeit für den richtigen Weg. Einzige Ausnahme wäre für ihn persönlich ein EU-Beitritt der Türkei - dann müssten die Bürger über einen Ausritt Österreichs abstimmen.

Gefragt nach seiner Aussage, wonach er kein mehrheitlich von Muslimen dominiertes Österreich wolle, bemühte Hofer eine schon mehrfach geäußerte Metapher: „Ich habe schon oft gesagt, für mich ist Zuwanderung so etwas wie das Gewürz einer Speise. Im richtigen Maß gut, im Übermaß ein Problem.“ Hofer zufolge müssen die Dublin-Verträge eingehalten werden - „nämlich, dass das Asylverfahren dort durchgeführt wird, wo die Person das erste Mal sicheren Boden betritt. Und das ist nicht Österreich, Österreich grenzt nicht an Syrien.“

Verweis auf glattes diplomatisches Parkett

Kritik an seinem Konkurrenten Alexander Van der Bellen übte Hofer in Sachen Freihandelsabkommen TTIP: Der ehemalige Grünen-Chef blende bei all seiner Ablehnung aus, dass sich dessen Partei für eine europäische Wirtschaftsregierung ausspreche.

Außenpolitisch wichtig wäre ihm als Präsident zudem eine „Äquidistanz zur USA und Russland“, betonte Hofer. Die Russland-Sanktionen sollte man zudem auslaufen lassen. Auf die Frage, ob man die russische Annexion der Krim als Faktum anerkennen soll, gab er sich mit Verweis auf das glatte diplomatische Parkett zurückhaltend.

Um Abgrenzung war Hofer indes gegenüber der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Gruppierung der Identitären bemüht: „Ich will mit diesen Leuten nichts zu tun haben.“ Genauso kritisch betrachtet der FPÖ-Kandidat aber auch Strömungen am linken Rand.