Leiche eingefroren
Die deutsche Polizei hat am Donnerstag dem tatverdächtigen Paar im Mordfall Höxter einen weiteren Tod zur Last gelegt. Bereits 2014 soll eine 33-Jährige nach „schwersten körperlichen Misshandlungen“ durch das Paar gestorben sein. Die Täter hätten die Leiche der 33-Jährigen zerstückelt und in einer Tiefkühltruhe eingefroren.
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Danach habe das Paar die Leichenteile nach und nach im Kamin verbrannt und die Asche in der Umgebung verstreut. Die Verdächtigen waren in der vergangenen Woche festgenommen worden, nachdem eine 44-Jährige nach wochenlanger Gefangenschaft durch das Paar gestorben war. Die 47-jährige Tatverdächtige sagte aus, dass das Paar in dem Haus drei, vier weitere Frauen festgehalten habe.
47-Jährige geständig, Mann leugnet
Die Ermittler stützen sich bei der Rekonstruktion der Tat auf ein Geständnis der 47-Jährigen. Sie sei ihrem 46-jährigen Mann hörig gewesen, der sie laut Angaben des Bielefelder Mordkommissionsleiters Ralf Östermann ebenfalls „ganz massiv misshandelt“ habe. Der einschlägig vorbestrafte Hauptverdächtige bestreite die Folterung und Misshandlungen den Ermittlungen zufolge. Er schiebe alles auf seine Ex-Frau.

APA/AFP/Marcel Kusch
Ermittler bei der Spurensicherung
„Wir können auch nicht völlig ausschließen, dass möglicherweise dort auch noch eine andere Frau gestorben ist“, sagte Östermann. Das Motiv soll „im Bereich der Machtausübung gelegen“ sein. Es gebe „Anhaltspunkte für sadistische Züge“. Die Ermittler zogen einen Psychiater hinzu. Den Opfern seien büschelweise Haare ausgerissen worden, oft seien sie ganze Nächte an Heizkörper oder in der Badewanne gefesselt gewesen. Die Aussagen hätten die Vernehmungsbeamten „ziemlich mitgenommen“.
Opfer über Annoncen gesucht
In Zusammenhang mit den Misshandlungen gebe es bisher keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe. Zwar habe das Thema Sexualität bei den Vorgängen in dem Haus eine Rolle gespielt, nach bisherigen Erkenntnissen aber „eine untergeordnete“. Die Opfer habe man systematisch via Kontaktanzeigen gesucht. Die Annoncen seien so gut wie in allen deutschen Zeitungen sowie in Tschechien geschaltet worden. Zu den offenbar in dem Haus festgehaltenen Frauen zählt nach Angaben Östermanns eine Frau aus dem Großraum Berlin. Nach weiteren Geschädigten wird nun gesucht.
Paar ging nach Plan vor
Grundsätzlich sei das Paar planvoll vorgegangen. Vom Handy des 33-jährigen Opfers seien SMS an dessen Mutter geschickt und damit Lebenszeichen vorgetäuscht worden. Außerdem sei die Frau mit dem Hinweis „in die Niederlande/Amsterdam verzogen“ beim Einwohnermeldeamt abgemeldet worden. Ihre Mutter habe erst jetzt durch einen Anruf der Polizei vom Tod ihrer Tochter erfahren.
Auch die in der vergangenen Woche verstorbene Frau war schwerst misshandelt worden. Als sich ihr Zustand bedrohlich verschlechtert hattee, hatte das Paar versucht, sie an ihren ursprünglichen Wohnort zurückzubringen. Das Paar hatte auf dem Weg aber eine Autopanne, woraufhin es „aus Überforderung“ die Rettung rief. Das Opfer kam in ein Krankenhaus, wo es den Verletzungen erlag. Die Ärzte entdeckten am Körper der Frau Spuren von Misshandlungen und schalteten die Polizei ein.
Intensive Suche nach Spuren
Das Haus des beschuldigten Paares wird nun Zentimeter für Zentimeter nach etwaigen Spuren weiterer Opfer durchsucht. Am Montagabend wurde es mit einem Zaun zum Sichtschutz umgeben, am Dienstag wurden Spürhunde auf das Gelände gebracht. Die Spurensicherung könne sich noch zwei Wochen oder länger hinziehen, hieß es. Für Zeugen und weitere Opfer wurde eine Hotline eingerichtet.
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