Sotheby’s versteigert Fotos und Briefe von Proust
Seltene Briefe an den Vater, zum Teil unveröffentlichte Manuskripte und sehr persönliche Fotos aus dem Besitz des französischen Schriftstellers Marcel Proust kommen am 31. Mai in Paris unter den Hammer.
Das Auktionshaus Sotheby’s versteigert insgesamt mehr als 120 Fotografien, Zeichnungen, Bücher, Manuskripte und Briefe des Verfassers, der mit seinem Hauptwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ Weltruhm erlangte.
Gesamtwert auf 520.000 bis 740.000 Euro
Die Sammlung, deren Gesamtwert auf 520.000 bis 740.000 Euro geschätzt wird, wird von einer Urgroßnichte des Schriftstellers, Patricia Mante-Proust, verkauft. Sie gibt einen Einblick in sein Schaffen, seinen Freundeskreis und seine Liebschaften. Unter den zahlreichen Fotos sind Aufnahmen von Proust selbst, Familienporträts, aber auch Bilder seiner Liebhaber, des Schriftstellers Lucien Daudet und des Pianisten Reynaldo Hahn.
Versteigert wird auch eine Originalausgabe von „In Swanns Welt“, dem ersten, 1913 veröffentlichten Band von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Ihr Wert wird auf 20.000 bis 30.000 Euro geschätzt.
Briefe an den Vater
Auch ein bisher unbekanntes Manuskript des zweiten Bandes, „Im Schatten junger Mädchenblüte“, kommt unter den Hammer. Das Buch hätte eigentlich 1914 veröffentlicht werden sollen - die Verzögerungen durch den Krieg nutzte Proust, um den Text gründlich zu überarbeiten. 1919 erhielt er dafür den Prix Goncourt, den wichtigsten französischen Literaturpreis.
Zu den bewegendsten Hinterlassenschaften gehören zwei Briefe Prousts an seinen Vater, der von der Schriftstellerei als Beruf nichts hielt, und mehrere Liebesbriefe an Daudet und Hahn, der „wirklich der Mensch ist, den ich neben Mama am meisten liebe auf der Welt“.