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Rekordverdächtige Schneemenge

In Kärnten und der Steiermark hat sich das Wetter am Donnerstag leicht beruhigt. Nach dem heftigen Wintereinbruch laufen in beiden Bundesländern die Aufräumarbeiten. Allein in Kärnten waren Donnerstagfrüh noch 9.000 Haushalte ohne Strom.

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Die Feuerwehren verzeichneten fast 700 Einsätze, die Straßenräumdienste von Land, Gemeinden und ASFINAG waren im Dauereinsatz. Ein großes Problem waren herabgebrochene Äste und umgestürzte Bäume, die der Last des Schnees nicht mehr standgehalten hatten. Für Fußgänger und Autofahrer bestand große Gefahr - mehr dazu in kaernten.ORF.at. In der Früh mussten die Südbahn und mehrere S-Bahn-Linien kurzfristig gesperrt werden, der Betrieb konnte mittlerweile wieder aufgenommen werden.

Schneefall in Kärnten

APA/Gert Eggenberger

Auch im Zentrum Klagenfurts blieb der Schnee liegen

Am öftesten ausrücken mussten die Feuerwehren seit Mittwochmittag in Klagenfurt, wo weit über 200 Einsätze registriert wurden. Für Donnerstagvormittag hatten die Klagenfurter Feuerwehren zu einer Pressekonferenz zum Thema „Einsatzbilanz 2015“ geladen, dieser Termin wurde aufgrund der Wettersituation kurzfristig abgesagt.

Rotes Kreuz versorgte Autofahrer

Parallel zu den Feuerwehreinsätzen läuft die Wiederherstellung des Stromnetzes. „Wir haben rund 200 Monteure im Einsatz“, sagte KELAG-Sprecher Josef Stocker Donnerstagfrüh auf APA-Anfrage. Besonders betroffen waren die Bezirke Klagenfurt-Land, Villach-Land und Völkermarkt. Vereinzelte Stromausfälle gab es auch in den Bezirken St. Veit/Glan und Wolfsberg.

Das Rote Kreuz rückte in der Nacht aus, um Hunderte Menschen, die auf der Karawankenautobahn (A 11) feststeckten, mit Verpflegung und heißen Getränken zu versorgen. Auch auf der Südautobahn zwischen Klagenfurt und Villach mussten Autofahrer zum Teil sechs Stunden und länger warten, bis sie endlich weiterfahren konnten. Auf der Umfahrung Bad St. Leonhard stürzte ein Geflügeltransporter auf ein Auto. Der Autofahrer erlag seinen schweren Verletzungen - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Wegen großer Schäden musste auch die für das Wochenende geplante Eröffnung des Strandbades in Klagenfurt verschoben werden, und zwar auf den 5. Mai. „Durch die massiven Schneefälle wurden Bäume auf dem Strandbadareal geknickt, und herabfallende Äste könnten unsere Badegäste gefährden“, so Bäderchef Gerald Knes.

80 Zentimeter Schnee in den Karawanken

In einigen südlichen Regionen Österreichs kamen am Mittwoch laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) beachtliche Schneemengen zusammen. Donnerstagfrüh wurden an der ZAMG-Wetterstation in Klagenfurt 15 Zentimeter Schnee gemessen, in Bad Bleiberg 24 Zentimeter und in Bad Eisenkappel 31 Zentimeter. In den Karawanken schneite es am Mittwoch auf rund 1.500 Meter sogar um die 80 Zentimeter und auf 2.000 Meter um die 100 Zentimeter.

Ähnliche Schneemengen bis in tiefe Lagen kommen in Kärnten in der zweiten April-Hälfte zum Beispiel in der Region Wörthersee statistisch gesehen alle sechs, sieben Jahre vor. Derart große Neuschneemengen wie diese Woche sind aber sehr selten und kamen zuletzt vor rund 30 Jahren vor.

Sonniger Ausblick

In den nächsten Tagen ist Schnee bis in tiefe Lagen kein Thema mehr. Am Freitag scheint größtenteils die Sonne, am Nachmittag hat es zwischen zehn und 17 Grad. Am Samstag wird es noch eine Spur milder mit Höchstwerten zwischen zwölf und 19 Grad. Dazu ist es am Samstag auch einigermaßen sonnig. Über dem Bergland und im Süden werden die Wolken im Laufe des Tages mehr, und einzelne Regenschauer sind möglich.

Stromversorgung in Steiermark wiederhergestellt

Unterdessen waren in der Steiermark Donnerstagfrüh nach den heftigen Schneefällen fast alle der über 6.000 betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt. Auch die Verkehrssituation entspannt sich, bis auf eine Landesstraße waren alle Verbindungen normal passierbar. Die Feuerwehren verzeichneten mindestens 300 Einsätze. Hauptbetroffen waren die Bereiche Deutschlandsberg, Feldbach, Graz-Umgebung, Leibnitz, Voitsberg und Weiz. Das Oberland blieb von flächendeckenden Auswirkungen der Kälte und des Neuschnees weitgehend verschont.

Betroffen waren vor allem die West- und Oststeiermark, hier hatte der schwere Nassschnee zahlreiche Bäume geknickt, diese wiederum waren auf Stromleitungen gestürzt. Rund 180 steirische Feuerwehren verzeichneten am Mittwoch laut dem Landesverband an die 300 Einsätze mit rund 800 Kräften. Beim Großteil der Einsätze waren Äste bzw. Bäume zu entfernen, die auf die Straßen gefallen waren. Weiters waren Hagelnetze bei Obstkulturen von der Nassschneelast zu befreien sowie Fahrzeuge nach Unfällen zu bergen bzw. hängengebliebene Pkws und Lkws wieder flottzumachen.

Millionenschaden in der Landwirtschaft

Neben den Aufräum- und Reparaturarbeiten läuft die Schadenserhebung auf Hochtouren. In Kärnten war das gesamte Ausmaß des Kälteeinbruchs Donnerstagfrüh noch nicht abzuschätzen. In der Steiermark zeichnete sich bereits am Mittwoch ein Millionenschäden in der Landwirtschaft ab. 80 Prozent der Obstkulturen könnten durch den Wintereinbruch zerstört worden sein, schätzte die steirische Landwirtschaftskammer. Hauptbetroffene sind die Apfelbauern - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Der steirische Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP) sprach am Donnerstag von einem Schaden von zig Millionen Euro. Viele bäuerliche Betriebe stünden durch einen zu befürchtenden Ernteausfall wegen des Frosts und des schweren Neuschnees am Rande der Existenz, so Seitinger.

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