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„Massive Ausfälle“

Vor allem im Burgenland und in der Steiermark haben Schnee und Frost für Notmaßnahmen gesorgt. Die Obst- und Weinkulturen stehen derzeit in voller Blüte - der Wintereinbruch bedroht nun die heurige Ernte.

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Die Nächte sind derzeit äußerst frostig - bis weit in die Niederungen herunter. Bereits die Nacht auf Dienstag bescherte den Obstbauern in weiten Teilen der Steiermark schwere Frostschäden. Das gesamte Obstbaugebiet - die Oststeiermark, Südoststeiermark und Weststeiermark - sei arg betroffen, berichtete die Landwirtschaftskammer Steiermark. Bei Äpfeln, Birnen, Kirschen, Marillen und Zwetschken seien „massive Ausfälle“ zu erwarten.

Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher befürchtet nach den witterungsbedingt sehr schwierigen Jahren 2014 und 2015 nun eine weitere Enttäuschung für die diesjährige Ernte: „Es wäre sehr bitter, wenn die Obstbauern erneut sehr große Ausfälle hätten.“

Ast im Schnee

APA/Franz Fink

Im Jänner romantisch - Ende April eine Katastrophe für die Weinbauern

Kammer nennt gewaltige Summe

Das gesamte Ausmaß der Schäden sei noch nicht abschätzbar, konkrete Zahlen zu den betroffenen Flächen und der Schadenssumme werde es erst in den nächsten Tagen geben, und sie und könnten in dieser Zeit auch noch größer werden: Weitere Frostereignisse werden erwartet. Am Mittwoch schätzte Titschenberger die Summe der Schäden dagegen bereits auf 100 Millionen Euro - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Vor allem nach der abgeschlossenen Blüte seien die jungen Früchte äußerst temperaturempfindlich. Um zu retten, was zu retten ist, versuchten Obstbauern in der Nacht, durch Paraffinölkerzen die Temperaturen zu erhöhen. Die Kammer ersuchte um Verständnis für die dadurch entstehenden Rauchentwicklung in den Obstgärten.

Feuerwehr

APA

Der schwere Schnee droht, die Netze, die die Obstbäume vor Hagel schützen sollen, einzudrücken

Verkehrsstillstand in Kärnten

Vier Tage vor dem 1. Mai - an diesem Tag öffnen traditionell die Freibäder ihre Saison - gab es vor allem im Süden Österreichs teilweise bis in die Niederungen starken Schneefall. Die Folge: In weiten Teilen Kärntens ist am Mittwochnachmittag aufgrund der heftigen Schneefälle der öffentliche Verkehr zusammengebrochen. Der Busverkehr wurde vorübergehend eingestellt. Aber auch so ging auf den Straßen nichts mehr, in weiten Teilen Kärntens gab es Unfälle, Staus und teilweise Verkehrsstillstand. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben, es herrsche Lebensgefahr.

Auch der Bahnverkehr war massiv betroffen. „Wir haben das Problem, dass wir von Friesach bis Villach auf der Südbahnstrecke keinen Strom haben“, sagte ÖBB-Sprecher Christoph Posch gegenüber der APA. Ab Friesach ging in Richtung Klagenfurt gar nichts mehr. Auch die Strecken von Villach nach Rosenbach und via Arnoldstein nach Kötschach-Mauthen mussten gesperrt werden. Der Postbusverkehr in Unterkärnten brach zusammen. Die ÖBB teilte den wartenden Passagiere via Radio mit, sie müssten irgendwie privat nach Hause kommen. Wann die Bahnstrecke wieder in Betrieb genommen werden kann, war vorerst unklar.

Viele Haushalte ohne Strom

Auch in der Steiermark kam es zu Verkehrsbehinderungen. Im Südwesten und Südosten der Steiermark stürzten am Mittwoch außerdem Bäume auf Stromleitungen. Bis zu 6.500 Haushalte waren zwischenzeitlich ohne elektrische Versorgung. Im Raum Deutschlandsberg und um St. Stefan im Rosental hielten etliche Bäume der Last des nassen Schnees nicht stand und kappten Stromleitungen - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Winterreifen und Schneeketten

Dass die meisten Autos - die Frist für die Winterreifenpflicht lief bereits aus - mittlerweile mit Sommerreifen unterwegs sind, verschärfte die Situation auf den Straßen. Auf höheren steirischen Bergstraßen konnten Pkws nur mit Winterreifen und Lkws nur mit Schneeketten weiterfahren. Auf dem weststeirischen Pack-Abschnitt der Südautobahn (A2) ab Steinberg bis zum Pack-Sattel an der Kärntner Grenze standen mehrere Schneepflüge im Einsatz.

In Graz gab es in der Früh einen etwa halbstündigen Eisregen. Das „City-Radeln“ am späten Nachmittag, das als offizielles Eröffnen der Radfahrsaison in der Landeshauptstadt gilt, wurde abgesagt.

Umgestürzter Baum

APA/Michael Walcher

Schneetreiben, winterliche Fahrverhältnisse und geknickte Bäume

In Kärnten mussten wegen starker Schneefälle etwa der Wurzenpass und der Loiblpass gesperrt werden. Auf Teilen der Packer Bundesstraße wurde Kettenpflicht verhängt. Ebenfalls nur mit Ketten befahrbar waren abschnittsweise die Weißensee-Straße und die Turracher Bundesstraße sowie einige höher gelegene Bergstraßen. Abwechselnd dichten Schneefall und Schneeregen gab es auch im Klagenfurter Becken.

Auch in der Stadt Salzburg blieb am Vormittag kurz Schnee liegen. Im übrigen Bundesland herrschte auf dem Katschberg und über den Radstädter Tauern Schneekettenpflicht für Autos, sowie auf dem Felbertauern für Lkws.

Für Meteorologen weniger ungewöhnlich

Der Frühlingsbeginn ist zwar schon mehr als einen Monat her, ganz ungewöhnlich ist Schneefall um diese Jahreszeit dennoch nicht. „Im Raum Klagenfurt/Wörthersee hat es in den vergangenen 50 Jahren in der zweiten Aprilhälfte circa alle sechs bis sieben Jahre geschneit“, hieß es bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Zuletzt hatte es in der Region zu dieser Jahreszeit laut ZAMG allerdings im Jahr 1997 Schnee gegeben, also vor 19 Jahren. Etwas häufiger - nämlich alle vier Jahre - schneit es in der zweiten April-Hälfte in der südlichen Steiermark. In den Tälern der Obersteiermark kommt es zu dieser Jahreszeit circa alle zwei Jahre zu Schneefall.

Weiter kalt

Vor allem für die Bauern geht das Bangen weiter: In der Nacht wird es in ganz Österreich frostig, die Schneefallgrenze steigt am Donnerstag allmählich überall wieder auf über 1.000 Meter - wetter.ORF.at.

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