Probleme von Politik bis Zika
Die tiefe Regierungskrise in Brasilien wird nach Auffassung von Sportminister Ricardo Leyser die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nicht beeinträchtigen. „Die politische Krise berührt die Spiele nur insofern, als dass sie die Aufmerksamkeit der Bevölkerung davon gerade weglenkt“, sagte Leyser nach Angaben der Nachrichtenagentur Agencia Brasil.
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So bekämen die laufenden Testwettbewerbe derzeit nicht die nötige Aufmerksamkeit. Das werde sich aber sicher mit der Ankunft des Olympischen Feuers in Brasilien am 3. Mai ändern. Geplant ist ein Fackellauf durch rund 300 Städte mit Start in Brasilia. Die Olympischen Spiele sollen vom 5. bis zum 21. August über die Bühne gehen.
Leyser hatte vor zwei Wochen erst George Hilton als Sportminister ersetzt, dessen Partei mit der Regierung gebrochen hatte. Präsidentin Dilma Rousseff hatte bereits Anfang April angekündigt, auf die Teilnahme an der Entzündung des Olympischen Feuers für die Sommerspiele in Rio de Janeiro verzichten zu wollen.
Ticketverkauf läuft schleppend
Mit Brasilien richtet erstmals ein südamerikanisches Land das größte internationale Sportereignis aus. Die Vorbereitungen werden jedoch durch eine massive innenpolitische Krise sowie die schlimmste Rezession seit Jahrzehnten erschwert, die auch die Organisatoren zu immer neuen Sparmaßnahmen zwingen.
Auch der Ticketverkauf verläuft sehr schleppend. Nach Angaben der Organisatoren waren im Februar erste weniger als die Hälfte der Eintrittskarten verkauft. Der Umgang mit Milliardensummen, die in die Fußball-WM gesteckt wurden und auch in Olympia fließen, nährt die Unzufriedenheit mit der Regierung.
Land im Mittelpunkt von Zika-Epidemie
Es ist allerdings nicht nur die politische Krise, die dem Land Probleme bereit. Brasilien kämpft auch gegen das Zika-Virus. Das tropische Virus hat sich in den vergangenen Monaten rasend schnell vor allem in Lateinamerika ausgebreitet. Die Viren können bei Ungeborenen die Schädelfehlbildung Mikrozephalie verursachen und damit Entwicklungsverzögerungen und geistige Beeinträchtigungen nach sich ziehen.
Brasilien ist bisher mit Abstand am stärksten betroffen vom Zika-Virus, das in rund 50 Ländern aufgetaucht ist. Die Zahl der Infektionen wird allein dort auf über eine Million geschätzt. Die Zahl der bestätigten Mikrozephalie-Fälle ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 1.113 gestiegen, in 189 Fällen konnte das Virus bei den Müttern nachgewiesen werden.
Auch brasilianische Forscher hatten zuletzt Alarm geschlagen, dass der Erreger gefährlicher als vermutet sein könnte. Die Organisatoren der Spiele betonen, die Moskitos seien im südamerikanischen Winter kaum aktiv und die Zika-Gefahr daher gering.
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