„Kriegsähnlicher Druck“
Wenige Tage vor dem Krisentreffen der führenden Ölförderländer hat Venezuela den USA schwere Sabotageversuche vorgeworfen. Präsident Nicolas Maduro sagte am Dienstag, die Regierung in Washington wolle die Einigungsbemühungen der Staaten zur Stabilisierung des Ölmarkts torpedieren.
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„Es gibt einen fast kriegsähnlichen Druck auf die Regierungen, auf die Staatschefs“, kritisierte Maduro in seiner wöchentlichen Fernsehansprache. Er sprach von einer „verhängnisvollen Besessenheit“ der US-Führung, die sich auf Russland, das Förderkartell OPEC und die linke Regierung Venezuelas eingeschossen habe.
Förderländer in Schwierigkeiten
Der Ölpreisverfall bringt allerdings nicht nur die Förderländer in die Bredouille, sondern auch zahlreiche US-Unternehmen, die mittels der umstrittenen Frackingtechnik Öl aus Schiefergestein gewinnen. Nach Einschätzung von Fachleuten will der OPEC-Gigant Saudi-Arabien mit niedrigen Ölpreisen die amerikanische Konkurrenz in die Knie zwingen, die in den vergangenen Jahren erstarkt ist.
Der für die Weltwirtschaft maßgebliche Rohstoff kostet derzeit fast 60 Prozent weniger als noch Mitte 2014. Das setzt die Förderländer gewaltig unter Druck, denn die Staatseinnahmen schwinden. Um den Ölmarkt zu stabilisieren, haben Russland, Saudi-Arabien, Venezuela und Katar im Februar vorgeschlagen, die Produktion auf dem Niveau von Jänner einzufrieren.
Treffen in Doha
Ob das Abkommen umgesetzt wird, machen sie davon abhängig, dass sich andere Förderstaaten diesem anschließen. Das soll bei dem Treffen am Sonntag in Katars Hauptstadt Doha beraten werden, an dem früheren venezolanischen Angaben zufolge mindestens 18 Länder teilnehmen wollen. Offen ist, welcher Beitrag vom Iran gefordert wird. Das Land lehnt eine Drosselung auf den Jänner-Stand ab, weil die eigene Produktion nach dem Ende der internationalen Atomsanktionen gerade erst wieder anzieht.
Gabun will wieder OPEC-Mitglied werden
Mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Austritt will der zentralafrikanische Staat Gabun Insidern zufolge zurück in die OPEC. Wie zwei mit der Sache vertraute Personen aus der OPEC am Freitag sagten, liege bereits ein offizieller Wiederaufnahmeantrag vor. Sollte er angenommen werden, würde das Land als 14. und zugleich kleinstes Förderland in das Ölkartell aufgenommen. Voriges Jahr hatte sich bereits Indonesien zu einer Rückkehr entschlossen.
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