Nicht alles „wird zu Gold“
Amerika wieder „groß“ machen - mit diesem Ziel ist der Multimilliardär Donald Trump in das Rennen um die US-Präsidentschaft eingestiegen. Politerfahrung kann Trump ja bisher keine vorweisen, umso mehr pocht er auf seine Erfolge als Unternehmer, die das Attribut „groß“ fraglos verdienen.
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Seine Karriere als Geschäftsmann begann Trump nach seinem Studium in einem Büro im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Dort wickelte er Geschäfte der Baubranche mit seinem Vater ab, der als Sohn deutscher Einwanderer durch seine Immobilien in der Metropole am Hudson River zum Millionär wurde.
Misswahlen, Realityshows und Möbel
1974 wird er Präsident des Unternehmens und gibt ihm den Namen Trump Organization. Es folgen Investitionen in diverse Hotels, Casinos und Luxusapartmentgebäude. Zusätzlich reich machen ihn Rechte an Misswahlen („Miss Universe“, „Miss USA“), seine Rolle in der TV-Realityshow „The Apprentice“, aus der später die Serie „The Celebrity Apprentice“ erwächst, mehrere Biografien und eigene Möbel- und Modemarken.

Hyatt
Protzen statt klotzen: Grand Hyatt Hotel in New York City
Nach eigenen Angaben zählt Trump außerdem zu den bestbezahlten Rednern der Welt: Für eine Ansprache in zwei australischen Städten erhielt er einst mehr als drei Millionen Dollar. Trumps Vater, Frederick Trump jr., hatte für die Geschäftstüchtigkeit seines Sohnes viel Lob übrig. Einige seiner besten Deals habe er mit ihm gemacht, sagte er. „Alles, was er anfasst, wird zu Gold.“
Die Tops ...
Eines seiner bekanntesten Projekte ist der Trump Tower im beliebten New Yorker Stadtteil Manhattan. Der Unternehmer ließ das Gebäude 1983 bauen, es beherbergt Luxusshops und teure Restaurants. Die Skyline der Stadt prägt auch das Grand Hyatt Hotel, das Trump aus dem früheren Commodore Hotel errichten ließ. Und eine weitere New Yorker Institution verdankt ihm sein fortwährendes Bestehen: der Eislaufplatz Wollman Rink im Central Park wurde 1986 mit Geldern Trumps renoviert und zieht jährlich fünf Millionen Besucher an.
Erfolg hatte Trump auch mit seinem Einstieg in das Unterhaltungsgeschäft. Die von NBC ausgestrahlte Realityshow „The Apprentice“ startete 2004 mit teilweise über 20 Millionen Zuschauern, Trump moderierte die Sendung und war auch Produktionsleiter. Die Show lief so gut, dass daraus das Spin-off „The Celebrity Apprentice“ hervorging, dessen Moderation im vergangenen September Arnold Schwarzenegger übernahm, weil sich Trump auf seine politischen Ambitionen konzentrieren wollte. Der Milliardär hatte es sich mit seiner Stimmungsmache gegen illegale Einwanderer aber auch mit dem Sender verscherzt.

Reuters/Peter Foley
Eislaufen im Central Park - beliebte Wintertradition in New York
... und die Flops
Die Erfolgsliste ließe sich noch weiterführen - dass alles zu Gold wird, was Trump anfasst, stimmt aber auch nicht ganz, wie das „Time Magazine“ berichtet. Zu den vielen ertragreichen Investments gesellen sich in Trumps Karriere mehrere Fehlgriffe. In vier Fällen musste er sogar Insolvenz anmelden. Allerdings konnte er jedes Mal erfolgreich umstrukturieren. Ein Griff ins Klo war für Trump etwa eine eigene Fluglinie, die er aus der 1988 gekauften Eastern Air Shuttle etablierte. Die einstige Billigairline machte er zum Luxusliner mit Ahornholzböden und goldfarbenen Wascharmaturen. Das Konzept ging nicht auf, der Betrieb wurde 1992 eingestellt.

AP/Larry Crowe
Das Premiumfleisch war wohl eher Gammelfleisch: Ein Steakhouse von Trump schloss wegen 51 Verstößen gegen Gesundheitsvorschriften.
Trump lässt nichts aus
2006 versuchte sich der umtriebige Geschäftsmann im Spirituosenbusiness und rief die Marke Trump Vodka ins Leben. Motto: „Success Distilled“. Die Hoffnungen waren groß. Trump hoffte, T&T (Trump and Tonic) würde zum meistbestellten Drink und würde „seine Freunde“ bei Grey Goose ausstechen. So weit kam es nicht - 2011 wurde die Produktion eingestellt. Ein ähnliches Schicksal erlitt die Premiumfleischmarke Trump Steaks. Zum Misserfolg trugen dabei wohl einige Probleme bei der Einhaltung von Gesundheitsvorschriften bei.
Wenig Erfolg hatte der Präsidentschaftsbewerber auch mit seinen Trump Entertainment Ressorts, die drei Casinos in Atlantic City betreiben. Das Unternehmen musste 2014 zum vierten Mal Insolvenz anmelden. Der Manager distanzierte sich von der Firma - „er habe damit nichts zu tun“, außer dass diese seinen Namen trage. Was Trump offenbar übersah: Er hielt 28 Prozent der Anteile. Auch nicht zum Erfolg führten ein monopolyähnliches Brettspiel sowie ein an „The Apprentice“ angelehntes Spiel. Beide wurden wieder eingestellt.
Eine „Uni“ mit fragwürdigen Standards
Und schließlich gibt es noch Trumps Bildungsambitionen. Der Milliardär gründete 2005 die gewinnorientierte Trump University. Fünf Jahre später klagten vier Studenten die Einrichtung, weil diese Unterricht anbiete, dessen Inhalt nicht objektiv sei. Die Rede war von „erweiterten ‚Infomercials‘“ (Dauerwerbesendungen). Daraufhin wurde der Name der Einrichtung auf The Trump Entrepreneur Initiative geändert. Ein Jahr später sperrte sie zu. 2013 wurden Trump und die „Universität“ von einem New Yorker Generalstaatsanwalt verklagt, weil Studenten betrogen worden sein sollen.

AP/Bebeto Matthews
Das Universitätsprojekt brachte Trump vor allem Klagen ein
Geschadet haben die bunten Ausflüge dem Multimilliardär aber offenbar nicht. Das Magazin „Forbes“ siedelt sein Vermögen bei vier Milliarden Dollar an, Bloomberg bei 2,9 Milliarden - und Trump selbst bei zehn Milliarden. Da sind wohl noch ein paar Fehlgriffe verkraftbar.
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