Tata Steel will britische Stahlwerke verkaufen
Der indische Konzern Tata Steel will sein gesamtes Stahlgeschäft in Großbritannien loswerden. Man habe im Laufe in den vergangenen fünf Jahre erhebliche Verluste in Großbritannien verbucht und in dieser Zeit mehr als zwei Milliarden Pfund (rund 2,5 Mrd. Euro) abschreiben müssen, teilte der Konzern heute in Delhi zur Begründung mit. Tata Steel beschäftigt nach eigenen Angaben in Großbritannien etwa 13.000 Mitarbeiter.
In Großbritannien wurde die Ankündigung mit Sorge aufgenommen. Die Regierung versprach, alles zu tun, um die Werke zu retten. Es geht vor allem um den Standort Port Talbot in Wales, wo mehr als 5.000 Menschen arbeiten.
Regierung schließt direkte Hilfen nicht aus
Die zuständige britische Ministerin Anna Soubry sagte dem Sender BBC, man erwäge „alle Optionen“ zur Rettung. Sie rief Tata Steel auf, sich bei einem Verkauf Zeit zu nehmen. Sollte ein Verkauf fehlschlagen, schließe die Regierung auch direkte Hilfen nicht aus. Zugleich betonte sie aber, das dürfe keine EU-Regeln über Stahlsubventionen verletzten.
Tata hatte 2007 den britisch-holländischen Konzern Corus übernommen und war damit auf einen Schlag zum zweitgrößten Stahlproduzenten in Europa hinter ArcelorMittal aufgestiegen. Allerdings wurden die Inder mit ihrer Investition nie richtig glücklich. Die Übernahme erfolgte 2007 auf dem Höhepunkt eines langen Stahlbooms, der mit der Finanzkrise 2008 ein jähes Ende fand. Von den Einbrüchen hat sich die Branche bis heute nicht erholt.