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Wenn zwei sich streiten

Mit der neuesten 3-D-Technologie haucht Warner dem DC-Universum einmal mehr actionreich Leben ein, wenn es heißt: „Batman v Superman - Dawn of Justice“. Fans kommen auf ihre Kosten, ob die Fangemeinde wachsen wird, sei dahingestellt.

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Superman und Batman haben eine durchwachsene Geschichte miteinander. Zuerst wollten sie nicht zusammenkommen. Obwohl bereits unter dem Dach der DC Comics, erlebten sie Ende der 30er Jahre getrennte Abenteuer. Schon ab 1941 dachte man sich, den Überraschungserfolg der beiden Superhelden potenzieren zu können, wenn man sie aufeinandertreffen lässt - in der bis 1986 geführten Reihe „World’s Finest Comics“ bzw. nach einer Pause, die durch diverse Miniserien gefüllt wurde, zwischen 2003 und 2011 im Zuge des Neustarts des DC-Universums in den „Batman/Superman“-Heften.

Die beiden waren im Verlauf der Jahrzehnte alles füreinander: Freunde, Rivalen - und auch erbitterte Gegner im Kampf sind sie nicht erst jetzt. 16-mal sollen Superman und Batman insgesamt schon gegeneinander angetreten sein, wobei die Siegesbilanz ausgeglichen ist. Mit dem Kinofilm wird einer der beiden in Führung gehen. Denn es gibt einen klaren Gewinner. Nichts weiter soll hier darüber verraten werden. Weder, ob der Verlierer getötet wird, noch, ob der Kampf ein Endkampf ist oder nur Detail einer größeren Handlung.

Ja, darf der denn das?

Verraten werden darf, dass es diesmal um Politik geht. Auch das ist an sich nicht neu. Legendär sind die Covers der DC-Hefte während des Zweiten Weltkriegs, auf denen Superman und Batman Hitler und Mussolini torten, schlagen, mit Basebällen bewerfen und in die Luft jagen. Diesmal geht es nicht um US-Propaganda, zumindest nicht um vordergründige. Diesmal stellt die hohe Gerichtsbarkeit die nicht ganz unberechtigte Frage: Steht Superman über dem Gesetz? Darf er nach eigenem Gutdünken retten und kämpfen? Und was ist, wenn es zu Kollateralschäden kommt?

Filmszene aus Batman v Superman

Warner Bros./Clay Enos

Superman vor Gericht

Die Handlung ist dann gar nicht so unkomplex und dürfte so manchen jungen Teenager überfordern. Viele verschiedene Player sind für die Handlung wichtig. Superhelden, die jeder für sich ihr eigenes Süppchen kochen. Die Gerichtsbarkeit. Menschliche Bösewichte und außerirdische Bösewichte, die ebenfalls nur bedingt gemeinsame Interessen haben. Mitunter sollte man sich einfach zurücklehnen und als geneigter Teil der Zielgruppe die 3-D-Gemetzel genießen, der Rest ergibt sich ohnehin von selbst.

Kämpfe und Himmelsritte

Wobei: Für ein Budget von kolportierten 250 Millionen Dollar war die CGI (die Computeranimation) an einzelnen Stellen lausig. Die Karibikinsel sieht aus wie eine handgemalte Scientology-Grafik. Und die Superhelden Superman, Batman und Wonderwoman posieren mitunter vor einem derart fragwürdigen Actionhintergrund, dass man sich an Covers billiger Fantasy-Romane erinnert fühlt. Aber, um nicht zu unken: Ein Großteil der Kämpfe und der Himmelsritte wird Fans nicht enttäuschen. Wer da nicht mitfiebert, egal, mit wem, der ist für die Welt von DC und Marvel für alle Zeiten verloren.

Filmszene aus Batman v Superman

Warner Bros./Clay Enos

Neo-Batman Ben Affleck mit Regisseur Zack Snyder

Und auf das DC-Universum bezieht sich der Film immer wieder. Gleich am Anfang eine Reminiszenz an die beiden Superman-Erfinder Jerry Siegel und Joe Shuster. Die hatten Superman zunächst als bösen Glatzkopf entworfen, ihn dann aber radikal verändert, bevor sie die Rechte um 130 Dollar an DC verkauften. Eines der Vorbilder für die Figur war Zorro. Auch bei ihm das Prinzip: unscheinbarer Bursche untertags, Actionheld des Nachts. Im Film ist ein Zorro-Plakat zu sehen.

Tränengarantie

Die große Frage war vor dem Filmstart, ob man Ben Affleck den Batman abnimmt. Über sein hartes neunmonatiges Training wurde ja bereits berichtet - und es war nicht umsonst: Affleck kommt als Muskelprotz daher. Genauso wie Henry Cavill als Superman beherrscht Affleck der Rolle entsprechend Gott sei Dank zwei Varianten von Mimik: Dackelblick für Trauer, Nachdenklichkeit und Anteilnahme sowie einen bösen Blick für Wut, Kampfeslaune und Entschlossenheit.

Filmszene aus Batman v Superman

Warner Bros./Clay Enos

Amy Adams als Lois Lane

Abgesehen von den beinharten Kämpfen zeigen sich die Superhelden nämlich durch die Bank als private Softies. Der glücklose Journalist Clark Kent sowieso, aber selbst der zivile Batman Bruce Wayne entdeckt seine sensible Seite. Auch Supermans Herzblatt Lois Lane (Amy Adams) und Superman-Mami Martha Kent (Diane Lane - nicht mit Lois verwandt) tragen zu einigen ergreifenden Momenten bei. Auf der Leinwand mag vor allem Blut fließen - im Kinosaal fließen die Tränen, so viel ist garantiert. Fazit: Wer’s mag, wird es mögen.

Simon Hadler, ORF.at

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