Rechter Demozug durch Regierungsviertel in Berlin

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Knapp 3.000 Rechtspopulisten, Neonazis und andere fremdenfeindliche Demonstranten sind gestern durch das Berliner Regierungsviertel und vorbei am Reichstagsgebäude marschiert. Sie skandierten Parolen gegen Flüchtlingsheime, „Merkel muss weg“, „Wir sind das Volk“ und „Lügenpresse“. Die Zahl der Teilnehmer war etwa zehnmal so hoch wie von den Behörden erwartet.

Demonstranten

APA/AFP/John Macdougall

Versuche aus den Reihen von mehr als 1.000 Gegendemonstranten, die genehmigte Route zu versperren, scheiterten. Es kam zu kleineren Zusammenstößen mit der Polizei. Insgesamt waren nach offiziellen Angaben 1.300 Polizisten im Einsatz.

Nachgeahmte Reichskriegsflaggen

Angemeldet waren lediglich 200 Rechte. Der Berliner Innensenators Frank Henkel (CDU) und der Verfassungsschutz hatten in den vergangenen Tagen von einer erwarteten Teilnehmerzahl im „unteren dreistelligen Bereich“ gesprochen. In früheren Jahren mussten Rechtsextremisten meist entfernt von der Innenstadt demonstrieren. Andere Aufmärsche, etwa der NPD in Kreuzberg und Prenzlauer Berg, wurden von so vielen Gegendemonstranten blockiert, dass sie kaum von der Stelle kamen und von der Polizei vorzeitig beendet wurden.

Deutlich erkennbar waren ganze Gruppen von Neonazis, Hooligans, sogenannten Reichsbürgern und PEGIDA-Sympathisanten. Einige schwenkten Deutschland-Fahnen, aber auch nachgeahmte Reichskriegsflaggen, die russische Nationalflagge und Fahnen aus Brandenburg und Sachsen. Sie zogen vom Hauptbahnhof entlang der Spree, vorbei am ARD-Hauptstadtstudio und dem Reichstagsgebäude bis fast ans Brandenburger Tor.