Ungarn dehnt Ausnahmezustand auf ganzes Land aus
Die ungarische Regierung hat angesichts der De-facto-Schließung der Balkan-Route den Krisenzustand über das ganze Land verhängt. Das teilte Innenminister Sandor Pinter heute bei einer Pressekonferenz in Budapest mit. Das ist eine nötige Voraussetzung, um beabsichtigte zusätzliche 1.500 Soldaten zu mobilisieren.
Das Ausrufen des Krisenzustandes ist Pinter zufolge eine Vorsichtsmaßnahme, weil die Reaktion der Flüchtlinge, die sich nun in den direkten Nachbarländern Ungarns aufhalten, nach der Grenzschließung nicht absehbar sei.
Zwar rechne die Regierung in Budapest derzeit nicht mit Vorfällen an der Grenze zu Rumänien, so Pinter. Dennoch werde sie auch Vorbereitungen treffen, um an der Grenze zu Rumänien, das im Südosten an Ungarn stößt, notfalls rasch einen Zaun errichten zu können. Ein solcher Schritt solle innerhalb von zehn Tagen möglich sein, sagte der Innenminister.