Foto von Agentur gekauft
Nach den Vorwürfen an das spanische Magazin „Tentaciones“, ein Coverbild von ihr mit Photoshop bearbeitet zu haben, hat sich US-Schauspielerin und -Regisseurin Lena Dunham nun bei dem Magazin entschuldigt. „Ich habe eine lange und komplizierte Geschichte mit dem Retuschieren“, schrieb Dunham am Dienstag (Ortszeit) auf Instagram.
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„Ich will in dieser wilden Welt leben, das Spiel mitmachen und meine Arbeit erledigen. Aber ich will auch ehrlich damit sein, wer ich bin und wofür ich stehe“, so die 29-Jährige. Die Drehbuchautorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin der US-Serie „Girls“ hatte sich am Montag bei „Tentaciones“, einer Beilage der spanischen Tageszeitung „El Pais“, beschwert, dass ihr Bild nachträglich geschönt worden sei.
„Ich fühle mich geehrt, dass ich auf eurem Cover bin und ihr ein Foto von Ruven Afanador gekauft habt, bei dem ich mich immer großartig fühle“, schrieb Dunham über Instagram an das Magazin. Das Posting erreichte innerhalb weniger Stunden zigtausend Likes. „Aber so hat mein Körper noch nie ausgesehen und wird auch nie so aussehen.“ Das Magazin habe mehr als das Übliche an dem Foto bearbeitet. „Wenn euch an dem gelegen ist, was ich tue, warum seid ihr nicht ehrlich gegenüber euren Lesern“, fragte sie das Magazin.
Offener Brief des Magazins
Das Magazin wies die Anschuldigungen Dunhams kurz darauf zurück und zeigte in einem offenen Brief an die Schauspielerin das Original des Fotos, das über eine Agentur erworben wurde: „Wie Du sehen kannst, sind das Original und das Foto auf dem Titel von ‚Tentaciones‘ absolut dieselben Bilder.“ Das Magazin freue sich aber, dass Dunham ihren „kritischen Geist erhalten“ habe. Der Schauspielerin wurde das Magazin gratis angeboten, damit sie sich selbst überzeugen könne, dass „Tentaciones“ die Dinge so abbilde, wie sie seien.
In diesem Zusammenhang betonte das Magazin auch, generell keine verändernden Bearbeitungen an Fotos vorzunehmen: „Wer uns kennt und unser Magazin liest, weiß, dass wir bei den abgedruckten Fotos weder Photoshop noch andere digitale Werkzeuge benutzen, um das Aussehen von Personen zu verändern.“ Das Coverfoto sei lediglich zugeschnitten worden, damit es auf die Titelseite passe.
„Ungeschnitten, nicht unretuschiert“
Auf diesen Brief reagierte die für feministische Standpunkte bekannte Schauspielerin nun und bedankte sich für die Zusendung des „ungeschnittenen“ Fotos. Sie verstehe, dass das Foto durch viele Hände gegangen sei. Es sei ein komisches Gefühl, ein Foto zu sehen und nicht zu wissen, ob das der eigene Körper ist. In diesem Zusammenhang legte Dunham auch Wert auf die Unterscheidung zwischen „ungeschnitten“ und „unretuschiert“. Denn sie wisse selbst nicht, was genau auf dem Bild an ihrem Körper verändert wurde und was nicht.
Für sie zähle, dass ihr Körper funktioniere, nicht ob er kreidebleich und dünn sei. Auch in der Serie „Girls“ zeigt sie sich immer wieder von der natürlich-normalen Seite - mit Cellulitis und Speck um die Hüften. Inzwischen fühle sie sich bei Nacktszenen aber „immer unwohler“, meinte Dunham erst vor wenigen Tagen: „Als ich mit der Show begonnen habe, war ich in keiner Beziehung, keiner kannte mich, und ich habe quasi gearbeitet, um über Wasser zu bleiben.“ Mittlerweile könne sie schon „das Getöse an Reaktionen hören, wenn ich mein Gewand ausziehe“.
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