Windows-95-Navigation?
Auf diese Art von Publicity kann der Milliardär und selbst ernannte Philanthrop Paul Allen wohl gut und gerne verzichten: Internationale Medien und das Soziale Netz ätzen derzeit über einen verheerenden Vorfall im Zusammenhang mit der Megajacht des Microsoft-Mitbegründers. Das 92 Meter lange Boot soll ein Korallenriff vor den Cayman Islands zerstört haben.
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Wie etwa der „Guardian“ und zahlreiche US-Medien berichteten, durchpflügte die Riesenjacht „MV Tatoosh“ das Riff von West Bay richtiggehend mit seiner Ankerkette. Etwa 80 Prozent des geschützten Ökosystems seien zerstört worden, das sind über 4.300 Quadratmeter, heißt es unter Berufung auf lokale Behörden.
Meeresschützer und Luxusjachtliebhaber
Der Vorfall passierte bereits Mitte Jänner. Allen selbst soll dabei nicht an Bord gewesen sein. Für ihn ist der Vorfall aber dennoch mehr als unangenehm. Der 63-jährige Ex-Unternehmenspartner von Bill Gates ist nämlich ein großer Umweltschutzverfechter. Er nutzt sein Vermögen und seine Bekanntheit unter anderem für die Erhaltung von Meeresartenschutz und um sich gegen die Überfischung der Ozeane einzusetzen.

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Allens 92-Meter-Boot „Tatoosh“ mit (laut Wikipedia) 30-köpfiger Besatzung
Darüber hinaus ist er aber offenbar auch ein großer Jachtliebhaber. Denn neben der „Tatoosh“, die mit ihren 92 Metern Länge auf Platz 43 der Liste der längsten Motorjachten steht, besitzt Allen auch noch die mit 126 Metern Länge auf Platz 14 stehende „Octopus“.
Crew: Von Hafenbehörden Platz zugewiesen
Auf der Website seines Unternehmens Vulcan heißt es in einer Stellungnahme zu dem Vorfall, dass die „MV Tatoosh“ vom lokalen Hafenbetreiber auf ihren Platz eingewiesen worden sei. Als die Crew von einem Taucher darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die Ankerkette womöglich Korallen zerstöre, habe die Besatzung „sofort“ gehandelt und die Jacht an einen anderen Platz gebracht. Man arbeite „aktiv und kooperativ“ mit den Behörden zusammen, um den Vorfall aufzuklären. Eine Ermittlung sei eingeleitet worden.
Der Spott ist in der Netzwelt ist jedenfalls groß. „Die Schiffsnavigation lief noch immer auf Windows 95“, ätzte ein Twitter-User. „Vielen Dank auch, du Arsch“, brachte eine andere Userin ihren Grant zum Ausdruck. Und ein weiterer fragte: „Kann er ein neues Riff kaufen?“
550.000 Euro Strafe?
Laut „Guardian“ könnte Allen eine saftige Strafe ausfassen. Bis zu 600.000 Dollar (550.000 Euro) könnten fällig werden. Angesichts seines Vermögens in der Höhe von mehr als 17,4 Milliarden Dollar (16 Mrd. Euro) wird sich das Allen aber wohl leisten können. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art auf der als Steueroase bekannten Inselgruppe. 2014 zerstörte ein Kreuzfahrtschiff Teile des George Town Hafens, Betreiber Carnival Cruise leistete eine Spende. Im Vorjahr wurden große Teile eines Korallenriffs ebenfalls durch ein Kreuzfahrtschiff ruiniert, Strafe oder Spende wurde in dem Fall aber nicht bezahlt.
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