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Abdeckung „unbegreiflich“

Der Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani Anfang der Woche in Italien sorgt für erhebliche Aufregung. Denn aus Respekt für iranische Kultur und Rouhanis Glauben verhüllten die Behörden in Roms Kapitolinischen Museen mehrere nackte Statuen. Wer hinter dieser Anordnung steckt, bleibt aber unklar.

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Die Regierung will die Verhüllung nicht in Auftrag gegeben haben. Aber auch das für Museen zuständige Kulturamt erklärte, mit den Abdeckungen nichts zu tun zu haben. Die schrankartigen Konstruktionen, die um die nackten Statuen angebracht wurden, seien vom Büro des Regierungschefs Matteo Renzi organisiert worden. Die Regierung distanzierte sich nach heftiger Kritik von dem Beschluss und widersprach dem Kulturamt.

Verhüllte Statuen im Campidoglio, Rom

APA/AP/ANSA/Giuseppe Lami

Vor dem iranischen Präsidenten mussten sich die Statuen „verstecken“

„Weder ich noch Renzi sind über den Beschluss informiert worden, dass man die Statuen verhüllen wollte“, betonte Kulturminister Dario Franceschini. „Es hätte andere Wege gegeben, um nicht die Sensibilität eines derart wichtigen ausländischen Gasts zu verletzen.“ Die Verhüllung der antiken Skulpturen sei für ihn „unbegreiflich“. Auch das italienische Denkmalamt will es nicht gewesen sein. Auch hier verwies man auf das Geheiß von oben. Die Statuen seien auf Druck der Regierung versteckt worden, sagte ein Sprecher des Denkmalamts.

„Lächerliche Unterwerfung“

Die Opposition meldete sich ebenfalls zu Wort. Die populistische Oppositionspartei Bewegung Fünf Sterne forderte Renzi auf, den Fall im Parlament zu klären. Mitte-rechts-Parteien hatten die Verhüllung der Statuen bereits zuvor als „lächerliche Unterwerfung“ gegenüber dem Islam kritisiert. „Renzi hat Italien und unsere christlich-griechisch-jüdischen Wurzeln gedemütigt“, sagte etwas die aus Bozen stammende Parlamentarierin der konservativen Partei Forza Italia, Michaela Biancofiore.

„Die Verneigung der italienischen Regierung vor Rouhanis Iran und der Beschluss, nackte Statuen zuzudecken, sind einfach peinlich“, kritisierte der Mitte-rechts-Abgeordnete Daniele Capezzoni. Als „verrückt“ bezeichnete der Chef der ausländerfeindlichen Lega Nord, Matteo Salvini, den Beschluss, die nackten Statuen mit schrankähnlichen Konstruktionen zu verhüllen. „Renzi empfängt mit allen Ehren den Präsidenten des Iran, einen Herrn, der Israel von der Weltkugel löschen will“, kritisierte Salvini.

„Gastfreundliche“ Italiener

Rouhani nahm die Diskussion gelassen. Es habe im Vorfeld keinerlei Absprachen mit dem Iran zu diesem Thema gegeben: „Ich weiß nur, dass die Italiener sehr gastfreundlich sind und immer darauf bedacht, dass es ihren Gästen gutgeht. Ich danke dafür.“ Aus Rücksicht auf die iranische Delegation war beim Abendessen auch kein Wein serviert worden. Bei seinem Besuch in Rom hatte Rouhani auch Papst Franziskus getroffen. Diese Audienz im Vatikan galt politisch wie religiös als wichtige Begegnung.

Der schiitische Rechtsgelehrte Rouhani komme als Geistlicher zum Papst, nicht als Politiker, hieß es aus der iranischen Botschaft. Bei der Begegnung standen vor allem die Einigung im 13 Jahre währenden Atomstreit und die Gewalt in Syrien und im Irak im Vordergrund. Rouhani befindet sich derzeit auf seiner ersten Reise im Westen nach Aufhebung der Sanktionen und will für Investitionen für sein Land werben. Am Mittwoch reiste er nach Paris weiter.

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