Flüchtlinge: Athen will mehr Frontex-Schiffe
Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsandrangs aus der Türkei fordert Griechenland mehr Unterstützung von der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Frontex müsse deutlich mehr Schiffe in der Ägäis einsetzen, sagte Außenminister Nikos Kotzias am Rande eines Besuches in Berlin.
Kotzias bezifferte den Bedarf an Frontex-Schiffen laut ANA und einer Quelle aus seinem Ministerium auf hundert. Derzeit ist die EU-Grenzschutzagentur in der Ägäis mit 15 Booten im Einsatz, sie unterstützt die griechische Küstenwache.
Frontex-Hilfe auch für Mazedonien?
Die EU-Kommission will laut einem Zeitungsbericht schnellstmöglich einen rechtlichen Rahmen für einen Einsatz der Grenzschutzagentur Frontex in Mazedonien schaffen. Die Kommission unterstütze eine Initiative von Sloweniens Regierungschef Miro Cerar für eine stärkere Unterstützung Mazedoniens bei der Sicherung seiner Grenze zu Griechenland, berichtete die Zeitung „Bild am Sonntag“. Demnach sollen die EU-Staaten Mazedonien mit Geld, Technik und Personal helfen. Bisher darf Frontex nur innerhalb der EU eingesetzt werden.
Morgen solle es am Rande des informellen Treffens der EU-Innenminister gesonderte Gespräche zu dem slowenischen Vorschlag geben, berichtete die Zeitung. Mazedonien liegt auf der sogenannten Balkanroute, über die seit vielen Monaten Flüchtlinge in Richtung Norden ziehen.
Tausende Flüchtlinge in Piräus angekommen
In der griechischen Hafenstadt Piräus sind gestern erneut mehr als 3.500 Flüchtlinge an Bord von zwei Fähren von den Inseln Lesbos und Chios eingetroffen.
Die hohe Zahl der Ankünfte hängt mit einem zweitägigen Streik der griechischen Seeleute zusammen. Zwischen Mittwoch und gestern Vormittag war keine Fähre in der Ägäis ausgelaufen. In ihrer Mehrheit stammen die Flüchtlinge aus Syrien. Es seien aber auch viele Migranten aus nordafrikanischen Staaten wie Marokko und Algerien angekommen, sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur weiter.
Erst am Vortag waren in der Ägäis bei der gefährlichen Überfahrt von der Türkei zu den nahe gelegenen griechischen Inseln mindestens 45 Menschen - darunter 17 Kinder - ums Leben gekommen. Die griechische Küstenwache barg 43 Leichen, die türkische zwei, berichtete das griechische Staatsradio. Dutzende Menschen werden noch vermisst. Die Suchaktion musste gestern wegen stürmischer Winde eingestellt werden, teilte die griechische Küstenwache mit.