Mutmaßlicher IS-Anwerber in spanischer Enklave verhaftet
Die spanische Polizei hat einen mutmaßlichen Angehörigen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefasst, der gezielt Minderjährige für den Krieg in Syrien angeworben haben soll. Der 34-Jährige sei heute in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta festgenommen worden, teilte das Außenministerium in Madrid mit.
Der Mann sei Spanier und habe sich auch der Indoktrinierung und Radikalisierung der jungen Menschen gewidmet, hieß es. Er sei ein Anhänger der orthodoxesten Form des Salafismus, einer ultrakonservativen Strömung im Islam.
Die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) ist nach Angaben des Ministeriums auf den Mann gestoßen, nachdem festgestellt worden war, dass mehrere Mädchen und Jungen aus Ceuta nach Syrien gereist waren. Der Rekrutierer habe unter anderem im Internet gezielt labile junge Menschen gesucht. Er habe für seine Aktivitäten auch ein bekanntes Kulturzentrum in Ceuta benutzt.
Festnahmen in Genf nicht bestätigt
Die Schweizer Bundesanwaltschaft dementierte hingegen unterdessen die Festnahmen zweier Terrorverdächtiger in Genf. Zuvor hatte der öffentlich-rechtliche Schweizer Fernsehsender SRF gestern berichtet, dass nach der Erhöhung der Terrorwarnstufe zwei syrischstämmige Verdächtige festgenommen worden seien. In ihrem Auto seien Sprengstoffspuren gefunden worden. Die Polizei bestätigte lediglich Tests an einem Fahrzeug.
In Genf waren am Mittwoch vier mutmaßliche Islamisten mit Verbindungen zum IS zur Fahndung ausgeschrieben worden. SRF berichtete gestern über einen Polizeieinsatz auf einer Straße, die an die Grenze zu Frankreich führe.
Untersuchungen in UNO-Sitz
Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP lediglich, es seien Untersuchungen an einem Fahrzeug vorgenommen worden. Den Bericht über die beiden Festnahmen wollte er nicht bestätigen. Die Schweizer Bundesanwaltschaft erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur sda, es habe keine Festnahmen in Zusammenhang mit der terroristischen Bedrohung im Raum Genf gegeben.
Die Genfer Polizei hatte am Donnerstag die Alarmstufe auf drei von fünf erhöht und ließ diese gestern zunächst unverändert. Am Mittwochabend war der UNO-Sitz in Genf geräumt und durchsucht worden. Die Bundesanwaltschaft erklärte, sie habe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, „um ein terroristisches Ereignis zu verhindern“. Die Genfer Sicherheitsbehörden sprachen von einer „konkreten“ Bedrohung.