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Frauen verdienen um 28,4 Prozent weniger

Die Gehaltsunterschiede zwischen männlichen Arbeitnehmern und ihren Kolleginnen ist weiterhin beachtlich. Das zeigt die aktuelle Lohnsteuerstatistik 2014. Nur langsam nähern sich die Einkommen an. Der Einkommensvorteil der Männer ist binnen zehn Jahren um knapp zehn Prozent geschrumpft.

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Um durchschnittlich 10.732 Euro bzw. 28,4 Prozent verdienten Männer 2014 im Job mehr als Frauen. Zwar hat sich die Lohnschere in den letzten zehn Jahren zumindest etwas verkleinert - 2004 verdienten Männer quer durch alle Branchen noch um 37,5 Prozent mehr als Frauen -, doch von gleichem Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeitsleistung ist man hierzulande noch weit entfernt.

Erst 1.100 Frauen in Spitzenpositionen

Dabei gilt: je höher das Einkommen, desto niedriger der Frauenanteil. Gerade unter den Spitzenverdienern finden sich äußerst wenige Frauen. So verdienten im Vorjahr insgesamt 11.365 Arbeitnehmer mehr als 200.000 Euro brutto, darunter waren allerdings nur 1.128 Frauen. 90 Prozent der Spitzenverdiener waren also Männer.

Grafik zum Bruttojahreseinkommen 2014

Grafik: APA/ORF.at, Quelle: APA/Statistik Austria

Wie die Statistik belegt, sind Frauen vor allem im Niedriglohnbereich beschäftigt. Von den 1,7 Millionen Personen mit weniger als 20.000 Euro Jahresbrutto waren fast 60 Prozent weiblich. „Frauen brauchen ein Einkommen, von dem sie selbstbestimmt leben können“, forderte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) Ende November.

Typisch „weibliche“ Berufe schlechter bezahlt

„Sehr viele Frauen sind im Niedriglohnsektor beschäftigt. Das hängt auch damit zusammen, dass Berufszweige, in denen viele Frauen arbeiten, meist deutlich schlechter entlohnt sind. Wir brauchen hier eine Neubewertung von Arbeit, beispielsweise im sozialen Bereich“, so Heinisch-Hosek im Rahmen der Mindestlohndebatte.

Insgesamt gab es 2014 6.710.641 lohnsteuerpflichtige Einkommensbezieher, um 0,6 Prozent mehr als 2013. Für den Vergleich des Einkommens von Männern und Frauen wurden nur die ganzjährig Vollzeitbeschäftigten betrachtet, so die Statistik Austria.

Wo am meisten verdient wird

Außerdem zeigen die Daten, wo die höchsten Löhne gezahlt werden. Wenig überraschend konzentrieren sich die Spitzeneinkommen in Wien und Umgebung: Betrachtet man nur ganzjährig vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, dann liegen neun der zehn Bezirke mit den höchsten Durchschnittseinkommen in Wien - allen voran die Innenstadt (54.659 Euro netto) und die Nobelbezirke Hietzing (41.710) und Döbling (41.232). Einziger Ausreißer unter den Top Ten: der niederösterreichische Bezirk Mödling (38.642 Euro) im Süden der Bundeshauptstadt auf Rang sieben.

Die einkommensschwächsten Bezirke

Auch am unteren Ende der Skala liegt mit Rudolfsheim-Fünfhaus (26.936 Euro) ein Wiener Bezirk, an vorletzter Stelle liegt der Bezirk Südoststeiermark (27.069 Euro) knapp nach Hartberg-Fürstenfeld (27.496 Euro) und dem Osttiroler Bezirk Lienz mit 27.552 Euro durchschnittlichem Jahresnettoeinkommen. Ebenfalls unter den „Flop Ten“: Zwettl in Niederösterreich, Wien-Favoriten und Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich.

Grafik zeigt die Auswirkung der Steuerreform pro Kopf

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Statistik Austria

Einkommen steigen querbeet

Durch die Steuerreform werden die Nettoeinkommen querbeet steigen - und zwar sowohl im unteren als auch im oberen Bereich. Im untersten Bereich profitieren bis zu 2,5 Millionen Menschen von der höheren Negativsteuer (mit durchschnittlich 67 Euro pro Kopf und Jahr), darüber steigt die Entlastung auf bis zu 2.449 Euro jährlich.

Mehr zahlen müssen nur 358 Einkommensmillionäre - 38.369 Euro jährlich, und zwar wegen des befristet auf 55 Prozent angehobenen Spitzensteuersatzes ab einer Million Euro Steuerbemessungsgrundlage, also Einkommen minus Sozialversicherung und Sonderzahlungen. Basis der Berechnungen ist allerdings das Jahr 2013, aktuellere Daten zur Einkommensteuer liegen nicht vor. Die tatsächliche durchschnittliche Entlastung 2016 wird also inflationsbedingt etwas höher liegen.

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