„Strommasten gesprengt“
Wegen eines Stromausfalls ist auf der Halbinsel Krim der Notstand ausgerufen worden. Grund für den Zwischenfall sei die Sprengung von zwei Strommasten in der Ukraine gewesen, hieß es Sonntagfrüh in russischen Medienberichten. Demnach konnte die Versorgung mit Hilfe von Generatoren teilweise wiederhergestellt werden.
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Russland hatte die ukrainische Halbinsel im vergangenen Jahr annektiert. Dennoch wird die Region weiter über die Ukraine mit Strom versorgt.
Krankenhäuser durch Generatoren versorgt
Die örtliche Abteilung des russischen Katastrophenschutzministeriums erklärte, die Stromleitungen aus der Ukraine seien Sonntagfrüh unterbrochen worden. Krankenhäuser und andere wichtige Gebäude sowie Teile der Städte Simferopol, Jalta und Saki würden nun durch Generatoren mit Strom versorgt.
Ilja Kiwa, ein Vertreter des ukrainischen Innenministeriums schrieb am frühen Sonntagmorgen auf Facebook: „Die Masten sind gerade gesprengt worden.“ Die beiden anderen wichtigsten Stromleitungen aus der Ukraine waren bereits am Freitag unterbrochen worden. Der ukrainische Energiekonzern Ukrenergo erklärte, zwei Strommasten seien in der Nacht zu Freitag offenbar mit Sprengsätzen oder durch Beschuss gefällt worden.
Krimtataren forderten Kappen der Stromversorgung
Seit mehr als zwei Monaten demonstrieren Krimtataren und ukrainische Aktivisten und blockieren Warentransporte auf die Halbinsel. Sie forderten von der Führung in Kiew bereits mehrfach das Kappen der Stromversorgung. Damit soll die Freilassung gefangener Ukrainer in Russland und das Ende von Einreiseverboten gegen krimtatarische Politiker erreicht werden. Russische Medien gaben am Sonntag ukrainischen Nationalisten die Schuld für die Zerstörung der Strommasten.

APA/AFP
Die Minderheit der Krimtataren lehnt die russische Annexion ab
Die Krim ist bei der Stromversorgung praktisch vollständig auf die Ukraine angewiesen. Der Vizeministerpräsident der Krim, Michail Scheremet, sagte laut der Nachrichtenagentur ITAR-TASS, die Halbinsel könne bestenfalls die Hälfte ihres Strombedarfs durch Dieselgeneratoren sowie Wind- und Solarkraft decken.
Verlängerung der Sanktionen gegen Russland?
Die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen der Krim-Annexion und der Ukraine-Krise sollen einem Zeitungsbericht zufolge trotz der sich abzeichnenden Zusammenarbeit im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verlängert werden. Eine Vorentscheidung dafür sei bereits getroffen worden, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ („FAS“) am Samstag vorab.
Während des G-20-Treffens in Antalya im Süden der Türkei habe sich eine Fünferrunde darauf verständigt, an den Sanktionen festzuhalten, solange das Minsker Abkommen zum Ukraine-Konflikt nicht umgesetzt sei, berichtete die „FAS“. An dem Treffen nahmen neben der deutschen Kanzlerin Angela Merkel demnach US-Präsident Barack Obama, der britische Premierminister David Cameron, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und der französische Außenminister Laurent Fabius teil, der Frankreichs Präsident Francois Hollande nach den Anschlägen von Paris beim G-20-Gipfel vertreten hatte.
Die fünf Politiker gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass die Vereinbarungen von Minsk bis zum Ende des Jahres nicht erfüllt sein werden. Die Runde habe daher beschlossen, die zum Jahresende auslaufenden Sanktionen bis Juli 2016 zu verlängern.
Rückkehr Moskaus in G-8 wieder Thema
Im Zuge des Ukraine-Konflikts ist es auch zum Ausschluss Russlands aus der Runde der G-8-Staaten gekommen. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier stellte Moskau nun eine Rückkehr in Aussicht - „sollten wir im Ukraine-Konflikt weitere Hürden erfolgreich aus dem Weg räumen, und sollte Russland im Syrien-Konflikt wie bisher weiter gemeinsam mit uns an einer Lösung arbeiten“.
Dann könne und sollte „der Westen kein dauerhaftes Interesse haben, Russland aus der regelmäßigen Abstimmung zwischen den großen westlichen Nationen auszuschließen“, sagte Steinmeier der „Bild am Sonntag“. „Unser Interesse war es nie, Russland zu isolieren oder aus den G-8 wieder dauerhaft eine G-7 zu machen“, so der deutsche Außenminister, „zu dieser Entscheidung ist es nach dem Vertrauensbruch in der Ukraine beginnend mit der Annexion der Krim gekommen.“
Russland hatte die ukrainische Halbinsel Krim im Frühjahr 2014 nach einem umstrittenen Referendum annektiert. Die Regierung in Kiew und der Westen sehen die Annexion als Verstoß gegen das Völkerrecht und betrachten die Krim weiter als Teil der Ukraine. Zudem werfen sie Moskau vor, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine mit Waffen und Soldaten zu unterstützen.
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