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Bedrohung für Ecuadors Küste

Wegen des Klimaphänomens „El Nino“ hat Ecuador für 17 von 24 Provinzen den Ausnahmezustand ausgerufen. Präsident Rafael Correa sagte, damit solle im Falle einer hereinbrechenden Naturkatastrophe die „notwendige und unverzichtbare“ Nothilfe gewährleistet werden.

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Die in der Hauptstadt Quito vorliegenden Daten zeigten, dass der Wasserstand an der Pazifikküste ungewöhnlich hoch sei. Dadurch werde die Infrastruktur an der Küste bedroht. Der Ausnahmezustand wurde zunächst für die nächsten zwei Monate verhängt, so die ecuadorianische Zeitung „El Universo“. Das Finanzministerium stelle „ausreichende Mittel“ zur Verfügung.

Stärkster „El Nino“ seit Jahren

Bei „El Nino“ handelt es sich um ein in unregelmäßigen Abständen beobachtetes Wetterphänomen, dessen Auswirkungen etwa 1982/83 und 1997/98 weltweit für verheerende Wetterkapriolen sorgten. Beim zweiten Zyklus machten die durch „El Nino“ entstandenen Schäden dem lateinamerikanischen Fernsehsender Television del Sur zufolge 14,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Ecuadors aus.

Nicht zuletzt deshalb investierte Ecuador laut dem chilenischen Onlineportal BNAmericas seit 2009 243 Millionen Dollar in Infrastruktur, um gegen „El Nino“ gewappnet zu sein.

Ungewöhnliche Warmwasserströmungen

Seinen Namen verdankt „El Nino“ (spanisch an sich für „der Bub“, hier konkret für „das Christuskind“) peruanischen Fischern, die im 19. Jahrhundert rund um die Weihnachtszeit ungewöhnliche Warmwasserströmungen beobachteten. Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass der aktuelle Zyklus der ausgeprägteste seit 15 Jahren ist. Das Phänomen setzte im März ein und wird voraussichtlich bis Anfang 2016 anhalten.

Phänomen löste Monsunregen und Dürre aus

Laut einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) wird in diesem Jahr eine Erwärmung der Wasseroberfläche von mehr als zwei Grad erwartet. Zuletzt hatte „El Nino“ vor fünf Jahren weitreichende Folgen: Er löste heftige Monsunregenfälle in Südostasien aus, Dürren im Süden Australiens, auf den Philippinen und in Ecuador, enorme Überschwemmungen in Mexiko und Hitzewellen in Brasilien.

Bereits im Oktober warnte Mike Halpert vom Prognosezentrum der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA) gegenüber dem US-Medienportal Vox vor dem möglicherweise stärksten „El Nino“ aller Zeiten. Mit dem einsetzenden Regen drohen auch im von Dürre geplagten Kalifornien verheerende Überflutungen, wie Vox mit Blick auf das Jahr 1997 und Peru erinnert.

Massensterben von Fischen und Seevögeln droht

Temperaturen weit über den Durchschnittswerten gepaart mit Dürre und Waldbränden gab es damals zudem etwa in Australien und Indonesien. Als weitere Fernwirkung des Wetterphänomens gilt unter anderem die steigende Gefahr von Wirbelstürmen, aber auch Massensterben von Fischen und Seevögeln.

Mögliche Folgen des bereits seit März beobachteten aktuellen „El Nino“ orteten NOAA-Experten unterdessen bereits an Korallenriffen. In den Meeren der Welt breitet sich eine als verheerend bezeichnete Korallenbleiche aus. Rund ein Drittel aller Korallenriffe seien vom Aussterben bedroht.

Schwer vorherzusehen

Dennoch gilt „El Nino“ als schwer vorherzusehendes Ereignis. Laut „Spektrum“ blieb etwa im Vorjahr ungeachtet anders lautender Prognosen ein „Super-El-Nino“ aus. „El Nino“-Ereignisse seien „unberechenbar und voll mit Überraschungen“ relativiert zudem Vox - „zunehmend plausibel“ sei aber sehr wohl, dass 2015 und auch 2016 die bisher wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden könnten.

Einigung bei Klimakonferenz versucht

Bei der vom 30. November bis 11. Dezember dauernden Klimakonferenz (COP21) könnte auch „El Nino“ angesprochen werden. Schließlich soll jene Weichenstellung vollzogen werden, die sich anlässlich der gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 erstmals abzeichnete: Während der Konferenz der Vereinten Nationen wollen Vertreter aus rund 190 Ländern ein Abkommen erzielen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen und damit den Klimawandel einzudämmen.

Unter anderem gilt es, die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf zwei Grad zu reduzieren.

Demonstrationsverbot bei Konferenz in Paris

Ungeachtet dessen will die französische Regierung während der COP21 keine Demonstrationen zulassen. Außenminister Laurent Fabius, der die Konferenz leiten wird, begründete das am Mittwoch in Paris mit der Sicherheitslage nach den jüngsten Anschlägen von Paris und Saint-Denis.

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