Enthüllungsjournalist Nuzzi sagt nicht im Vatikan aus
Der durch seine Veröffentlichung vertraulicher Dokumente der Kurie bekanntgewordene italienische Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi wird nicht vor der vatikanischen Justiz aussagen. Einer Vorladung für heute Vormittag werde er nicht Folge leisten, schrieb er gestern und begründete das in seinem Blog mit Defiziten der vatikanischen Gesetzgebung in Sachen Pressefreiheit.

APA/Georg Hochmuth
„Für sie ist Berichterstattung strafbar“, schrieb Nuzzi. Die Strafprozessordnung des Vatikans sei außerdem noch auf dem Stand von 1913. Der Vatikan hatte vorige Woche bestätigt, dass er gegen Nuzzi und dessen Kollegen Emiliano Fittipaldi wegen des Verdachts der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente ermittele. Beide hatten Anfang November Bücher veröffentlicht, in denen sie dem Vatikan unter anderem vorwerfen, das Geld der Gläubigen schamlos zu verschwenden.
Die beiden Journalisten stützen sich dabei auf Dokumente aus der Kurie, die ihnen zugespielt worden seien. Nuzzi hatte 2012 mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente den damaligen „Vatileaks“-Skandal ausgelöst. Der Vatikan verfügt als souveräner Staat über eine eigene Justiz. Nuzzi sagte, sollte der Vatikan ihn vor einem italienischen Justizbehörde anhören wollen, werde er seine Entscheidung neu treffen.