Themenüberblick

Zwischen Panik, „#ufo“ und „#comet“

Das Rätsel hat sich am Ende rasch geklärt. Zuvor sorgte ein mysteriöses Lichtspiel am Himmel über Kalifornien am Wochenende allerdings für einige Aufregung. Menschen riefen in Panik bei Polizeistationen an. Später bestätigte das US-Militär: Es handelte sich um einen Raketentest über dem Pazifik.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Zuerst seien allerdings am Samstag gegen 18.00 Uhr (Ortszeit) nicht nur die Behörden, sondern auch die Medien regelrecht mit Anrufen bombardiert worden, berichtete der „San Diego Union-Tribune“, der am Samstagabend als erste Zeitung über den Vorfall berichtet hatte.

Die aufgeregten Anrufer hätten alles Mögliche bis hin zu einem Kometen oder einer Atombombe am Himmel gemeldet. Zahlreiche Menschen filmten das Schauspiel, laut „Los Angeles Times“ (Sonntag-Ausgabe) machte es blitzartig unter den Hashtags „#ufo“ oder „#comet“ die Runde durch die Sozialen Medien.

Rakete von U-Boot im Pazifik gestartet

Das Licht sei kurz nach der Abenddämmerung über Orange County in Kalifornien aufgetaucht und noch in den Nachbarstaaten Arizona und Nevada sichtbar gewesen. Verursacher war das Militär, genauer die US-Marine. Das Licht stammte vom Test einer Trident-II-Rakete.

Abschuss einer Trident-2-Rakete

Reuters

Die Raketen starten unter Wasser

Eine solche war, wie die Navy bestätigte, von einem U-Boot, der „USS Kentucky (SSBN-737)“, vor der Küste Kaliforniens abgefeuert worden. Vor Südkalifornien befindet sich ein Testgebiet. Der Test sei Teil eines derzeit laufenden Programms zu „Systemevaluierung“ gewesen, wie Commander Ryan Perry von der dritten Flotte der US-Marine gegenüber der Zeitung erklärte.

Militär bei Tests schweigsam

Derartige Tests würden regelmäßig durchgeführt, um die Verlässlichkeit der Rakete zu überprüfen. Die Trident II ist eine U-Boot-gestützte ballistische Interkontinentalrakete, Submarine Launched Ballistic Missile (SLBM). Sie wird im Normalfall von getauchten U-Booten aus gestartet und kann mit Atomsprengköpfen bewaffnet werden.

Die betreffende Rakete sei natürlich nicht bewaffnet gewesen, und die Armee informiere wegen der Tests nicht routinemäßig, berichtete der „Tribune“ weiter. Informationen vor den Tests gebe es keine, so Perry, sie unterlägen der Geheimhaltung. Das Testgebiet ist laut der Zeitung sehr groß, die Marine nutze es regelmäßig, um Raketen unterschiedlichster Typen von Schiffen aus abzufeuern - unter und über Wasser.

Luftraumsperren ohne weitere Begründung

Gut möglich, aber nicht sicher, dass der Test mit Flugbeschränkungen in Verbindung stehe, die für den Los Angeles International Airport verhängt worden seien, hieß es weiter. Laut „Tribune“ gelten bis einschließlich Dienstag gesonderte Bestimmungen, da das Militär westlich der Stadt im Luftraum „aktiv“ sei. Was es dort tut, verraten weder die Armee noch die Flugsicherheitsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) - so die das überhaupt weiß.

Links: