Pyramiden von Josef erbaut?
Der US-Vorwahlkampf nimmt langsam Fahrt auf. Mit ihm taucht auch wieder manch eigene Ansicht eines Bewerbers auf: etwa die These, die ägyptischen Pyramiden seien von der biblischen Gestalt Joseph als Getreidespeicher errichtet worden und nicht, wie Archäologen meinen, als Pharaonengräber.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Diese Aussagen machte der republikanische US-Präsidentschaftskandidat und pensionierte Neurochirurg Ben Carson im Jahr 1998 an der Andrews University, wie aus einem am Mittwoch auf der Website Buzzfeed veröffentlichten Video hervorgeht.
Carson, der derzeit neben Donald Trump als aussichtsreichster Präsidentschaftskandidat der Republikaner gilt, äußerte sich während einer Diplomverleihungszeremonie an der Universität im US-Staat Michigan, die von der als fundamentalistisch geltenden Kirche der Sieben-Tage-Adventisten betrieben wird.
Carson: Außerirdische nicht an Bau beteiligt
Der afroamerikanische Mediziner sagte damals: „Meine persönliche Theorie ist, dass Joseph die Pyramiden errichtet hat, um Getreide zu speichern.“ Die Bauwerke seien einfach zu groß, um als Pharaonengräber zu dienen, wie das die Archäologen glaubten. Laut dem Alten Testament war Joseph einer der zwölf Söhne Jakobs. Er wurde von seinen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft, wo er zum Berater des Pharao aufstieg und auch Getreidevorräte anlegen ließ.
Carson meinte, seine These werde auch dadurch unterstützt, dass es im Inneren der Pyramiden hermetisch versiegelte Räume gebe. Dass Außerirdische am Pyramidenbau beteiligt gewesen sein könnten, schloss Carson hingegen aus: „Man braucht keine Aliens, wenn Gott mit dir ist“, meinte er.
Trump jetzt auch in Buchform
Gegen solche Aussagen wirkt Carsons Mitbewerber Trump mit seinen Anssichten geradezu akademisch. Er brachte nun seinen Wahlkampfslogan „Amerika wieder großartig machen“ auch in Buchform heraus. Am Dienstag stellte der Geschäftsmann in New York sein neues Werk „Gelähmtes Amerika“ vor. Darin lässt der politische Seiteneinsteiger seine Unterstützer wissen, was er als Präsident alles besser zu machen gedenkt.
Das Trump’sche Manifest stellt auf 169 Seiten das Wahlprogramm vor, beinhaltet eine 17-seitige Kurzbiografie des Autors und detailliert auf drei weiteren Seiten die persönlichen Finanzen des Milliardärs. Die 17 Kapitel tragen Überschriften wie „Das Gesundheitssystem macht uns alle krank“ und „Das Recht auf Waffenbesitz“.
Harte Außenpolitik, weniger Steuern
Im Abschnitt über die Außenpolitik beklagt Trump, dass die Welt „ein schreckliches Chaos“ sei. Die Dschihadistenmiliz Islamische Staat (IS) sei zu schlagen - schließlich würden deren Kämpfer „wahrscheinlich nicht einmal“ das Baseball-Stadion der New York Yankees füllen. Der Präsidentschaftsbewerber bekräftigt seine Forderung, die US-Grenze zu Mexiko mit einer Mauer abzuriegeln. Außerdem verspricht er eine härtere Gangart gegenüber China in der Handelspolitik sowie ein vereinfachtes Steuerwesen.
Garniert ist das Werk mit Familienfotos und Illustrationen des über den Globus verstreuten Immobilienbesitzes von Trump. „Gelähmtes Amerika“ kostet 25 Dollar (knapp 23 Euro). Die Einnahmen sollen laut Trump an gemeinnützige Organisationen gehen.
Links: