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Erde bebte eine Minute lang

Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,5 in Afghanistan und Pakistan befürchten Rettungskräfte ein weiteres Ansteigen der Opferzahlen. In Pakistan wurden laut offiziellen Angaben bis Dienstag bereits 300 Tote geborgen, in Afghanistan waren es über 70. Allein in Pakistan gab es mindestens 1.200 Verletzte.

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Das Bebenzentrum lag laut Angaben der US-Erdbebenwarte USGS nahe der afghanischen Stadt Jarm in der nordöstlichen Hindukusch-Region in einer Tiefe von 213,5 Kilometern. Die Warte hatte die Stärke zunächst auf 7,7 geschätzt, sie dann aber auf 7,5 berechnet. Mindestens eine Minute lang bebte die Erde. Zudem wurde am Montag ein Nachbeben der Stärke 4,8 registriert. In der Stadt Talukan in Afghanistan löste das Beben eine Massenpanik in einer Schule aus. Mindestens zwölf Schüler kamen dabei ums Leben, 35 wurden verletzt. In Afghanistan wurden mindestens 1.500 Gebäude beschädigt, viele Häuser stürzten ein.

Eine Grafik zeigt das Epizentrum des Bebens in Afghanistan und Pakistan

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Das Epizentrum des Bebens lag im Nordosten Afghanistans

Streitkräfte und Polizei mobilisiert

Die Stromnetze und Kommunikationsverbindungen brachen in mehreren Teilen Afghanistans, Pakistans und Nordindiens zusammen. Überall rannten die Menschen in Panik auf die Straßen. Der Gouverneur der nordöstlichen afghanischen Provinz Badakhshan im Nordosten des Landes sagte, er befürchte, dass Wohngebiete in mehreren Regionen der Provinz stark betroffen seien.

In Pakistan war die Provinz Chitral die am stärksten betroffene. In dieser bergigen Region schiebt sich die Indische unter die Eurasische Platte, was massive Verwerfungen auslösen kann. Pakistan mobilisierte seine Armee und versetzte die Militärspitäler in Alarmzustand. Die Luftwaffe hielt sich für Rettungseinsätze bereit.

Bebenschäden in Pakistan

APA/AFP/Basit Shah

In Pakistan stürzten zahlreiche Gebäude ein

Im nordpakistanischen Peshawar gab es nach Angaben des Krankenhausarztes Muhammad Sadiq „mehr als hundert Verletzte“. Viele Menschen lägen noch unter den Trümmern. Der Bezirksbürgermeister Arbab Muhammad Asim sagte: „Viele Häuser und Gebäude sind eingestürzt.“ Ein Augenzeuge im pakistanischen Abbottabad berichtete der Zeitung „Dawn“, in seiner Region seien mehrere Erdrutsche ausgelöst worden. Es gebe im Swat-Tal viele Schäden, schrieb die pakistanisch-kanadische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid-Chinoy auf Twitter.

Erschütterungen auch in Indien und Nepal

Im nordindischen Kaschmir brachen die Handynetze zusammen. Die Erschütterungen waren bis ins indische Delhi und in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu zu spüren. Auch im nordindischen Srinagar, der Hauptstadt des Bundesstaats Jammu und Kaschmir, wurden mehrere Gebäude beschädigt. In Delhi blieb die U-Bahn eine Weile stehen. Indiens Premierminister Narendra Modi bot den betroffenen Regionen Hilfe an. Er betonte, das gelte auch für Pakistan - den Erzfeind Indiens. Erst Stunden vor dem Erdbeben war an der Waffenstillstandslinie zwischen den beiden Atommächten noch geschossen worden, dabei hatte es auf beiden Seiten Tote gegeben.

Bebenschäden in Pakistan

APA/AFP/Basit Shah

Zerstörung in Pakistan: Behörden befürchten weiteren Anstieg der Opferzahlen

In der Bergregion kommt es immer wieder zu folgenschweren Erdbeben. Erst vor einem halben Jahr starben beim bisher schwersten Erdbeben in Nepal etwa 9.000 Menschen, 900.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Vor einem Jahrzehnt kamen bei einem Erdbeben mit der Stärke 7,6 in Pakistan etwa 75.000 Menschen ums Leben.

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