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Bevölkerungsreichster Staat Zentralasiens

Das an der Seidenstraße gelegene Usbekistan ist bekannt für seine orientalischen und bei Touristen beliebten Städte mit klangvollen Namen wie Samarkand, Buchara und Chiwa. Der besonders vom Baumwollanbau lebende Agrarstaat ist mit knapp 30 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste in Zentralasien.

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Die heute gültigen staatlichen Grenzen bestehen erst seit 1963. Bereits 1924/25 war aus der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik Turkestan und den beiden Volksrepubliken Choresmien und Buchara die Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik (Usbekische SSR) hervorgegangen. Seine Unabhängigkeit erlangte Usbekistan nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991.

Karimow seit 1989 an der Macht

Erst am 29. März wurde der seit 1989 autoritär regierende usbekische Staatschef Islam Karimow wiedergewählt. Er erzielte mehr als 90 Prozent der Stimmen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierte das Fehlen politischen Wettbewerbs bei der Abstimmung.

Freundschaftlich verbunden ist Usbekistan mit Russland - auch mit Blick auf Sicherheitsfragen und den Kampf gegen Terrorismus. Der usbekische Teil des Fargona-Tals gilt als Sammelbecken radikaler Kräfte. Weltweit für Aufsehen sorgte 2005 das Massaker von Andischan, bei dem Sicherheitskräfte einen Aufstand von Regierungskritikern blutig beendeten. Nach Schätzungen starben damals 500 Menschen.

Weg aus der Planwirtschaft

Wirtschaftlich befindet sich Usbekistan nach wie vor in einem langwierigen Übergangsprozess von der sowjetisch-zentralistischen Planwirtschaft zu einem marktwirtschaftlich orientierten System. Die wichtigsten Wirtschaftszweige Usbekistans sind die Industrie und die Landwirtschaft. Die Hauptexportgüter des Landes sind Energierohstoffe (Erdgas, Öl, Strom), Bunt- und Edelmetalle (Gold) sowie Baumwolle.

Extremer Wassermangel

Nicht zuletzt wegen seiner großen Baumwollplantagen leidet das Land unter extremem Wassermangel. In Usbekistan liegt zudem der von Austrocknung bedrohte Aralsee - eine beispiellose Umweltkatastrophe in der Region. Seit den 1960er Jahren wurden die Gewässer, die den Aralsee speisen, intensiv für die Bewässerung der Baumwollplantagen verwendet, sodass die Wasseroberfläche heute nur noch zehn Prozent der ursprünglichen Ausdehnung entspricht.

Menschenrechtler beklagten zudem, dass die Baumwollernte - entgegen den internationalen Konventionen - zum Teil von Kindern besorgt wird. Zur Erntezeit schließt die Regierung die Schulen und transferiert die Kinder als Pflücker geschlossen auf die Baumwollfelder. Große europäische Kleidungsmarken schließen davor die Augen.

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