Irak: Machtkampf in Kurdengebieten spitzt sich zu
In den Autonomiegebieten der Kurden im Nordirak spitzt sich der Machtkampf um die Zukunft von Präsident Massud Barsani zu. Barsanis Kurdische Demokratische Partei (KDP) habe die vier Minister der Gorran-Bewegung abgesetzt, sagte Alan Salih aus dem Führungszirkel der früheren Oppositionskraft heute. Diese gehört zu den schärfsten Gegnern Barsanis.
Unter ihnen ist auch der bisherige Minister Mustafa Sajid Kadir, der für die kurdischen Peschmerga-Kämpfer sowie für Waffenlieferungen zuständig war. Ebenfalls seines Amtes enthoben wurde der Parlamentspräsident.
Der Konflikt zwischen den Parteien war vor rund zwei Monaten ausgebrochen. Damals lief die Amtszeit von Barsani aus, der aber im Amt blieb. Seitdem tobt ein Ringen der Parteien um die Besetzung des höchsten Amtes. Mehrere Krisentreffen zur Beilegung der Krise blieben ohne Ergebnis.
In den vergangenen Tagen kam es in mehreren Städten der Autonomiegebiete zu Protesten gegen Barsani und die KDP. Sie richten sich auch gegen die Wirtschaftskrise in der Region und gegen Korruption. Demonstranten stürmten Büros der Partei und zündeten sie an. Medien zufolge kamen mindestens fünf Menschen ums Leben.