Ungarns Ex-Präsident Göncz gestorben

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Der frühere ungarische Präsident und Schriftsteller Arpad Göncz ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Auf Vorschlag des ersten nachkommunistischen Regierungschefs Jozsef Antall war Göncz im August 1990 zum Staatspräsidenten gewählt geworden und übte dieses Amt bis August 2000 aus.

Der frühere ungarische Präsident Arpad Göncz

AP/MTI/Csilla Cseke

Seine politische Karriere startete Göncz in der Jugendorganisation der Kleinlandwirte-Partei. Nach dem Verbot der Partei im Zug der kommunistischen Machtergreifung ab 1947 arbeitete Göncz als Hilfsarbeiter, Schweißer und Rohrschlosser. Ab 1952 studierte er vier Jahre an der Universität für Agrarwissenschaften in Gödöllö.

Verurteilung zu lebenslanger Haftstrafe

Während des Volksaufstands 1956 war Göncz im Ungarischen Bauernbund tätig. 1957 schmuggelte er das Manuskript des Buches „In Verteidigung des ungarischen Volkes“ des damals im Gefängnis sitzenden Ministerpräsidenten des Volksaufstandes, Imre Nagy, ins Ausland. Er wurde deswegen verhaftet und am 2. August 1958 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. 1963 wurden viele politische Häftlinge vom KP-Vorsitzenden Janos Kadar amnestiert, so kam auch Göncz frei.

Göncz kehrte an die Universität Gödöllö zurück, wurde aber vom Studium ausgeschlossen. Ab 1965 arbeitete er als freier Schriftsteller und Übersetzer; als sein bekanntestes übersetzerisches Werk gilt die Übertragung des Fantasyromans „Der Herr der Ringe“ des englischen Schriftstellers J. R. R. Tolkien ins Ungarische.

Im Mai 1988 war er an der Gründung des Netzes Freier Initiativen, später an jenem des liberalen Bundes Freier Demokraten (SZDSZ) beteiligt. Ab 1988 war Göncz Sprecher des SZDSZ. Von Mai bis August 1990 amtierte Göncz als Parlamentspräsident und provisorischer Staatspräsident, bevor er im August endgültig zum Staatspräsidenten gewählt wurde.