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Nachhaltigkeit als Schlüssel

Rund 160 Staats- und Regierungschefs wollen bei einem Spitzengipfel im Hauptquartier der Vereinten Nationen (UNO), der seit Freitag in New York abgehalten wird, 17 Sustainable Development Goals (SDGs), also Nachhaltigkeitsziele, beschließen. Bis Ende 2030 will man u. a. die Armut beseitigen, die Gleichstellung von Frauen vorantreiben, die Gesundheitsversorgung verbessern und dem Klimawandel entgegensteuern.

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Das neue Paket besteht aus 17 Zielbereichen mit 169 Unterzielen. Ändern sollen sich etwa der derzeitige Umgang mit Ressourcen, die Verantwortung für Sozialstandards und der Ausstoß klimaschädlicher Gase. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der Nachhaltigkeit. Erstmals soll es damit einen Aktionsplan geben, der nicht nur für Entwicklungs- und Schwellenländer, sondern auch für Industriestaaten gilt.

Ambitionierte Ziele

In den nächsten 15 Jahren will man mit den SDGs Hunger und „die Armut überall auf der Welt und in all ihren Formen“ beseitigen. Alle Menschen sollen sauberes Wasser und Zugang zu einer vernünftigen Toilette bekommen. Außerdem soll es eine Benachteiligung von Frauen und Mädchen nicht mehr geben.

„Ungleichheiten“ zwischen Staaten sollen abgebaut und weltweit Wachstum geschaffen werden. Industrialisierung ja, aber „in nachhaltiger Form“. Meere, Wälder und Biodiversität will man schützen. Verlässliche, umweltschonende Energie soll von jedem genutzt werden können.

Prominenter Fürsprecher

„Ohne Frage sind diese Ziele ambitioniert“, sagte etwa Microsoft-Gründer Bill Gates gegenüber der dpa. „Die Hürden sind hoch. Aber wie wir in den letzten 15 Jahren gesehen haben, gibt es eine gute Chance auf Erfolg.“ Der Schub des bereits Erreichten müsse für die Erfüllung der zukünftigen Ziele genutzt werden. „Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist der Lebensstandard so vieler Menschen so sehr gestiegen wie seit 2000.“ „Die Nachhaltigkeitsziele zeigen uns nun die Welt, wie wir sie immer wollten.“

Hilfsorganisationen begrüßen das Vorhaben, weisen aber auch darauf hin, dass die Umsetzung der ambitionierten Ziele nicht einfach werden dürfte. Sie sehen auch soziale Probleme: Ohne Umverteilung könnten die Vorhaben nicht funktionieren. „Wir können extreme Armut beenden, aber dafür müssen wir die Verteilungslücke zwischen den Reichen und dem Rest schließen“, sagte etwa Tobias Hauschild von Oxfam. Und auch Marwin Meier von der World Vision sagte: „Das Armutsgefälle innerhalb von Ländern, auch mittleren Einkommens, muss stärker beachtet werden.“ Alles bleibe natürlich auch eine Frage der Finanzierung.

Demo für Einhaltung der Ziele

Vor dem UNO-Nachhaltigkeitsgipfel in New York haben etwas mehr als 1.000 Menschen für die Einhaltung der Entwicklungsziele demonstriert. Sie versammelten sich am Donnerstagabend (Ortszeit) in der Nähe des UNO-Sitzes in New York, um die entschlossene Umsetzung der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Welt bis zum Jahr 2030 einzufordern.

„Die Arbeit beginnt am Samstag, nachdem sie unterzeichnet haben“, sagte die Witwe des südafrikanischen Anti-Apartheid-Kämpfers Nelson Mandela, Graca Machel. Die Demonstration solle den Staats- und Regierungschefs zeigen, dass die Menschen auf die Umsetzung der Entwicklungsziele achteten, sagte eine weitere Teilnehmerin, die New Yorkerin Christiana Mack. Bidisha Pillai, die in Neu Delhi für die Hilfsorganisation Save the Children arbeitet, sagte bei der Kundgebung, es gebe bereits viele Fortschritte: „Aber wir sind hier, weil wir nicht in 15 Jahren wieder hier sein wollen.“

Etappenerfolge bei Jahrtausendzielen

Die SDGs schließen an die Jahrtausendziele (Millennium Development Goals, MDGs) an, auf die sich die UNO, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds vor 15 Jahren geeinigt hatten. Bis 2015 sollten diese verwirklicht werden. Und diese erste weltweite Kraftanstrengung für eine gerechtere Welt kann auch tatsächlich Etappenerfolge vorweisen.

So konnte beispielsweise der Anteil der Menschen, die unter Hunger oder extremer Armut leiden, annähernd halbiert werden. Die Entwicklung der reichsten Mitgliedsländer wurde um 66 Prozent erhöht. Auch bei der Schaffung von Bildungschancen für Kinder, der Bekämpfung von HIV, der Gleichberechtigung sowie der Reduktion von Kinder- und Müttersterblichkeit kann die Weltgemeinschaft Etappensiege verzeichnen. Dennoch müssen immer noch Millionen Menschen Hunger leiden.

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