Fluchtursachen: EU hilft Eritrea mit 200 Mio. Euro
Die Europäische Union will dem autokratisch regierten Eritrea mit 200 Millionen Euro bei der Bekämpfung von Fluchtursachen helfen. Das sagte EU-Entwicklungshilfekommissar Neven Mimica gestern bei einem Besuch in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.
Eritrea ist nach Syrien und Afghanistan eines der bedeutendsten Herkunftsländer von Asylwerbern in der EU. Das Land wird mit eiserner Hand regiert. Es ist weitgehend von der Außenwelt abgeschlossen und wird oft als „Nordkorea Afrikas“ bezeichnet.
Investitionen in Energiesektor
Die Mittel für Eritrea sollen aus dem 1,8 Milliarden Euro schweren EU-Fonds zur Bekämpfung von Fluchtursachen kommen. Mimica sprach von Investitionen in den Energiesektor Eritreas, er nannte sonst zunächst keine weiteren Details. Die Mittel müssen noch vom EU-Ministerrat freigegeben werden.
„Die Flüchtlinge kommen aus wirtschaftlichen Gründen. Unsere Herangehensweise ist es zu versuchen, die Bedürfnisse der Menschen in Eritrea mit Haushaltsbeihilfen zu befriedigen“, sagte Mimica. Aktivisten betonen hingegen, dass viele Eritreer vor allem wegen systematischer Menschenrechtsverletzungen wie der Willkür der Sicherheitskräfte und des Fehlens eines Rechtsstaats fliehen.