Hauptzielort München
Wie bereits erwartet, bleiben von den Tausenden Flüchtlingen, die im Laufe des Samstags von Ungarn nach Österreich kamen, nur die wenigsten im Land. Laut den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) fuhren am Samstag und Sonntagvormittag insgesamt rund 13.000 Menschen mit Zügen in Richtung Deutschland.
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Die deutsche Bundespolizei sprach Sonntagfrüh von 8.000 Flüchtlinge, die am Vortag über Österreich Deutschland erreichten. Sie hätten in Bussen und Bahnen die Grenze überschritten, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. Es sehe nicht so aus, „als ob das abreiße“, fügte er mit Blick auf Sonntag hinzu. Eine Schätzung wolle er aber nicht wagen.
ÖBB rechnet für Sonntag mit 40 Zügen
Nach einem Koordinationstreffen in Salzburg erwarten die Einsatzleiter am Sonntag insgesamt rund 10.000 Flüchtlinge, die über Salzburg nach Deutschland reisen. Allein bis 17.00 Uhr werden acht Railjets, diverse Intercity-Züge sowie Sonderzüge aus Linz und Graz erwartet, hieß es vonseiten der Stadt.
Vom Wiener Westbahnhof fuhr um etwa 10.00 Uhr der erste Sonderzug mit Flüchtlingen nach Deutschland ab. In regulären Zügen brachen bereits ab 6.30 Uhr die ersten Hilfesuchenden nach Deutschland auf. Laut ÖBB wurden auch in der Nacht um 1.00 Uhr mit einem Sonderzug etwa 800 Personen Richtung Westen gebracht - mehr dazu in wien.ORF.at.
ZIB berichtet vom Wiener Westbahnhof
Rund 2.200 Personen sind im Laufe des Sonntagvormittags mit Zügen vom Wiener Westbahnhof Richtung Deutschland weitergefahren.
Für Sonntag planten die ÖBB, insgesamt 40 Züge (Regulär- und Sonderzüge) Richtung Deutschland zu schicken. Auch die schon am Samstag verkehrenden Sonderzüge zwischen Nickelsdorf und Wien-Westbahnhof - neben den regulären Zügen - waren wieder im Zweistundenrhythmus unterwegs. Ursprünglich war auch die Fahrt von Direktbussen nach Deutschland geplant. Stattdessen brachten 17 Busse rund 700 Flüchtlinge zum Salzburger Bahnhof, wo sie in Züge nach Deutschland umstiegen.
Bayern verteilt Flüchtlinge „mit Hochdruck“
Vorläufiger Zielort war für die meisten Flüchtlinge der Münchner Hauptbahnhof. Eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern sagte, am Samstag seien dort rund 6.800 Menschen angekommen. Bis Sonntagmittag kamen rund 3.000 Menschen hinzu, sagte ein Polizeisprecher. Weitere 5.000 Menschen werden im weiteren Verlauf des Tages erwartet.

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Freundlicher Empfang auf dem Müncher Hauptbahnhof
Derzeit werde „mit Hochdruck“ daran gearbeitet, die Flüchtlinge zu verteilen, so die Sprecherin der oberbayerischen Regierung. Innerhalb Bayerns seien 13 Busse unterwegs, um die Menschen in verschiedene Erstaufnahmeeinrichtungen zu bringen. Die Sprecherin der Regierung von Oberbayern lobte die „großartige Zusammenarbeit“ bei der Aufnahme der Flüchtlinge in München. Auch das ehrenamtliche Engagement sei „ungebrochen und beeindruckend“.

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Auch in Frankfurt hießen Helfer die Flüchtlingen willkommen
Zugleich laufe die Weiterverteilung auf die Bundesländer, so die Sprecherin. Neu ankommende Flüchtlinge sollen ihren Angaben zufolge möglichst ohne die Zwischenstation München in die verschiedenen Bundesländer gebracht werden - die Deutsche Bahn soll daher München umfahren oder dort Züge bereitstellen, die die Flüchtlinge gleich an die Zielorte bringen. Bereits am Samstag brachte die Deutsche Bahn Flüchtlinge zu anderen Bahnhöfen wie Frankfurt am Main und Saalfeld. Rund 2.500 Flüchtlinge wurden so bereits am Samstag in andere deutsche Bundesländer weitergeleitet.
CSU kritisiert Merkel
Ungarn hatte am Freitagabend entschieden, die seit Tagen auf dem Bahnhof von Budapest festsitzenden Flüchtlinge mit Bussen an die österreichische Grenze zu bringen. Österreich und Deutschland erklärten sich daraufhin bereit, die Flüchtlinge einreisen zu lassen. Klar war wohl bereits damals, dass die meisten Flüchtlinge Österreich nur als Durchzugsland nutzen und weiter nach Deutschland reisen würden.

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Für manchen Flüchtling wurde Merkel zur Heldin
Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, musste sich für ihre Entscheidung vom Freitag bereits Kritik gefallen lassen. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, wurde die Einreiseerlaubnis am Samstagabend bei einer eigens einberufenen Telefonkonferenz des CSU-Präsidiums einstimmig als „falsche Entscheidung des Bundes“ kritisiert. Bei dem Treffen der Spitzen von Union und SPD am Sonntagabend im Kanzleramt wolle die CSU daher die „Aufnahmefähigkeit Deutschlands“ zum Thema machen und Maßnahmen zur Begrenzung des Flüchtlingsandrangs beschließen.
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der Zeitung, die Telefonkonferenz des Parteipräsidiums sei „zu Recht sehr deutlich“ gewesen. „Der massenhafte Zustrom von Flüchtlingen nur nach Deutschland muss gestoppt werden“, erklärte er.
Lob von SPD
Von der SPD bekam Merkel dagegen Unterstützung. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte der „Bild am Sonntag“, die Entscheidung der Bundesregierung sei in „dieser humanitären Ausnahmesituation“ die „einzig richtige“ gewesen. „Wir mussten ein starkes Signal der Menschlichkeit setzen, um zu zeigen, dass Europas Werte auch in schwierigen Zeiten gelten“, sagte Fahimi. Das Verhalten Ungarns sei unerträglich.
In Zügen aus Budapest zur Grenze
Noch ist unklar, wie viele Flüchtlinge noch aus Ungarn kommen werden. Derzeit rechne man, dass pro Stunde etwa 300 Personen in Hegyeshalom ankommen werden, so ein Sprecher der ÖBB. Bis Sonntagvormittag seien nur mehr einige hundert eingetroffen, so Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil - mehr dazu in burgenland.ORF.at.
Landespolizeidirektor Doskozil aus Nickelsdorf
Hans Peter Doskozil, Landespolizeidirektor Burgenland, beschreibt die Lage an der österreichisch-ungarischen Grenze.
Das ungarische Staatsfernsehen berichtete am Sonntagvormittag, aus Ungarn reisten nach wie vor Flüchtlinge zur österreichischen Grenze, um von dort weiter nach Westen zu kommen. Einige Flüchtlinge hätten in Budapest Züge in Richtung des Grenzorts Hegyeshalom bestiegen.
Aus Serbien kamen indes zuletzt deutlich weniger Flüchtlinge nach Ungarn. 744 Menschen, darunter 169 Kinder, die illegal über die Grenze gekommen waren, seien am Samstag aufgegriffen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. In den vergangenen Wochen war die Zahl bei 1.500 bis 3.000 pro Tag gelegen. Laut ungarischen Medien dürfte das Regenwetter ein Grund für diesen Rückgang sein.
Konvoi aus Wien unterwegs
Jenen Flüchtlingen, die zurzeit zu Fuß in Ungarn Richtung Westen unterwegs sind, wollen mehrere hundert Aktivisten entgegenfahren. Sie starteten kurz vor Sonntagmittag in einem privaten Konvoi in Richtung Ungarn. Ihr Ziel dürfte nun doch sein, Flüchtlinge über die Grenze zu bringen. Die Polizei hatte zuletzt davon abgeraten, da in Ungarn jahrelange Hafstrafen drohten - mehr dazu in wien.ORF.at.
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