Daimler-Chef will in Flüchtlingszentren Arbeitskräfte finden

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Daimler-Chef Dieter Zetsche will nach eigenen Worten in Flüchtlingszentren nach Arbeitskräften suchen und für sein Unternehmen werben. Er könne sich vorstellen, „dass wir in den Aufnahmezentren die Flüchtlinge über Möglichkeiten und Voraussetzungen informieren, in Deutschland oder bei Daimler Arbeit zu finden“, sagte Zetsche der „Bild am Sonntag“. Viele Flüchtlinge seien jung, gut ausgebildet und hoch motiviert. „Genau solche Leute suchen wir doch“, sagte der Daimler-Chef.

Die Flüchtlinge seien für Deutschland eine große Chance. Ähnlich wie vor Jahrzehnten die Gastarbeiter könnten sie „uns helfen, unseren Wohlstand zu erhalten beziehungsweise zu vermehren“. Um Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren, forderte Zetsche ein Abschiebeverbot für Azubis. Jugendliche mit Ausbildungsstelle sollten die Garantie erhalten, nicht ausgewiesen zu werden, sagte er.

Porsche-Chef fordert mehr Engagement für Flüchtlinge

Porsche-Chef Matthias Müller forderte von den Topmanagern der Wirtschaft klare Worte gegen Fremdenfeindlichkeit und mehr Engagement für Flüchtlinge. "Es ist an der Zeit, dass Wirtschaftslenker zu bestimmten Dingen ihre Meinung sagen.

Wir müssen uns Extremismus entgegenstellen und Haltung zeigen", sagte Müller der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe). Die Industrie dürfe sich nicht aus Angst um den Aktienkurs oder vor persönlichen Angriffen zurückhalten. „Das darf die Wirtschaft nicht, wir sind schließlich Teil der Gesellschaft.“

Kritik an Unterscheidung von Flüchtlingen

Müller wandte sich gegen die Unterscheidung zwischen politisch Verfolgten und Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen. „Ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er einmal am Tag warm essen und ruhig schlafen kann. Kein Mensch gibt doch freiwillig und leichten Herzens seine Heimat auf.“

Der Porsche-Chef wünscht sich mehr Gespräche zwischen Politik und Wirtschaft, um der Flüchtlingskrise Herr zu werden. Auf die Frage, wie die Industrie praktisch helfen könne, antwortete er: „Mit neuen Arbeitsplätzen!“