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ÖBB stellt Sonderzüge bereit

Die in Ungarn gestrandeten Flüchtlinge dürfen ausreisen. In der Nacht auf Samstag kamen die ersten Busse mit Asylbewerbern an der österreichischen Grenze (Grenzübergang Hegyeshalom) an. Bis in der Früh waren laut Polizei bereits 4.000 Flüchtlinge mit Bussen eingetroffen.

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Die Flüchtlinge, die von den Bussen bis zur ungarischen Seite der Grenze gebracht worden waren, überquerten die Grenze zu Fuß. Einige von Ihnen gingen dabei auch auf der Autobahn. Die Ostautobahn (A4) wurde deshalb Samstagfrüh im Bereich des Grenzübergang in Fahrtrichtung Wien bis auf Weiteres für den Autoverkehr gesperrt. In Österreich seien die Menschen mit Applaus, Willkommensplakaten und Essen erwartet worden berichteten Reporter vor Ort.

Flüchtlinge erreichen die österreichische Grenze

Reuters/Laszlo Balogh

Ein langer Menschenzug überquerte am Samstag in den frühen Morgenstunden die Grenze nach Österreich.

Dem Wunsch der österreichischen Behörden, die Flüchtlinge mit den Bussen bis zum Bahnhof Nickelsdorf zu bringen, sei von ungarischer Seite nicht nachegkommen worden, erklärte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil gegenüber dem ORF-Burgenland - mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Zwischenstation Nova-Rock-Halle

Nach Polizeiangaben wurden die Flüchtlinge vorerst in die Nova-Rock-Halle in Nickelsdorf gebracht. Von dort wurde noch in der Nacht eine bereits zuvor in der Halle untergebracht gewesene Gruppe nach Wien geführt, von wo sie weiter nach Deutschland reisen wollten. Laut ÖBB wurde in Nickelsdorf ein Sonderzug bereitgestellt. Die Flüchtlinge sollen mit ihm nach Salzburg gebracht werden, sagte ÖBB-Sprecherin Sonja Horner Samstag früh der APA. „Wir sind bereit“, erklärte sie.

Flüchtlinge in Nickelsdorf

AP/Petr David Josek

Auf Feldbetten können sich manche der Flüchtlinge in Nickelsdorf ausruhen

Laut Doskozil verließ der Zug mit etwa 400 Personen Nickelsdorf bereits, ein weiterer mit ebenso vielen Flüchtlingen soll folgen. Mit dieser Sondergarnitur sollen dann weitere Flüchtlinge zum Wiener Westbahnhof fahren. Neben den Zügen sollen Doppeldeckerbusse die Menschen nach Wien und „vielleicht auch noch Richtung Deutschland“ bringen, so Doskozil. Vier Busse kamen bereits in der Nacht am Wiener Westbahnhof an. Dort versammelten sich in den vergangenen Stunden zahlreiche Helfer mit Hilfsgütern - mehr dazu in wien.ORF.at.

Telefonat zwischen Faymann und Orban

Landespolizeidirektor-Stellvertreter Werner Fasching hatte zuvor erklärt, es würden insgesamt an die 3.000 Personen erwartet. In der Nacht waren laut Medien bereits mehrer Busse in Richtung Grenze aufgebrochen. Die Regierungen in Wien und Berlin hatten am späten Freitagabend zugesagt, die Flüchtlinge aus Ungarn „aufgrund der Notlage“ nach Österreich und Deutschland einreisen zu lassen.

Busse auf der Autobahn

AP/Frank Augstein

Auf der Autobahn vor der ungarisch-österreichischen Grenze reihte sich ein Bus an den anderen

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hatte zuvor mit dem ungarischen Premierminister Viktor Orban telefoniert. Ursprünglich war das Gespräch zwischen Faymann und Orban für Samstagfrüh geplant gewesen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse telefonierten die beiden Regierungschefs aber schon am Freitagabend miteinander.

100 Busse im Einsatz

Die ungarische Regierung stellte nach eigenen Angaben 100 Busse bereit. Die meisten waren für die Menschen am Budapester Ostbahnhof im Einsatz. Der erste Bus kam jedoch aus Zsambek, 33 Kilometer westlich von Budapest. Dort hatten Hunderte Flüchtlinge Rast gemacht, die zuvor zu Fuß aus Budapest Richtung Westgrenze aufgebrochen waren. Die Flüchtlinge ließen zuerst von mehreren zur Verfügung stehenden Bussen nur einen einzigen losfahren - unter der Bedingung, dass auch Journalisten oder Aktivisten mitfahren durften.

Flüchtlinge steigen in Busse in Budapest

AP/Marko Drobnjakovic

In Budapest standen Dutzende Busse für die Flüchtlinge bereit

Die Menschen hatten Angst, dass die Regierung sie wieder in ein ungarisches Flüchtlingslager bringen wolle anstatt an die Westgrenze. „Vielleicht ist das nur wieder so ein Trick, um uns in ein Lager zu verfrachten“, sagte ein junger Syrer. Die ungarischen Behörden hatten am Donnerstag rund 500 Flüchtlinge in einen vermeintlich zur Westgrenze fahrenden Zug gelockt, um sie gegen deren Willen in ein Flüchtlingslager zu bringen. Nachdem die Flüchtlinge erfahren hatten, dass der erste Test-Bus an der österreichischen Grenze angekommen war, folgten sie in weiteren zehn Bussen.

Noch immer Flüchtlinge am Ostbahhof

Trotz der zahlreichen Busse, war Samstag früh die Transitzone am Budapester Ostbahnhof in der Unterführung des Bahnhofs erneut voller Flüchtlinge, wie das Staatsfernsehen M1 berichtete. Die Flüchtlinge würden nach weiteren Bussen fragen, so der Fernsehsender.

Der ungarische Regierungssprecher Zoltan Kovacs informierte sich Samstagfrüh in Hegyeshalom über die Lage der aus dem Landesinneren kommenden Flüchtlinge. Auf einer Pressekonferenz an der Grenze betonte Kovacs, Österreich habe nun Gelegenheit, seine Solidarität zu beweisen. Um der illegale Migration beizukommen, müsse eine gemeinsame europäische Lösung gefunden werden.

Amnesty dankt Kanzler und Innenministerin

Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International Österreich“ (AI) bedankte sich bei Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) für die rasche humanitäre Lösung einer Grenzöffnung für aus Ungarn kommende Flüchtlinge. „Die rasche Bereitschaft, den in Ungarn so grausam schikanierten Flüchtlingen die Einreise noch in der Nacht zu gestatten, hat heute vermutlich Leben gerettet und die Menschenwürde der Betroffenen wiederhergestellt“ erklärte Heinz Patzelt, Generalsekretär von AI Österreich, in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

Gleichzeitig fordert Patzelt den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban auf, "umgehend die lebensgefährlichen und erniedrigenden Schikanen gegenüber Schutzsuchenden einzustellen und in Ungarn endlich menschenwürdige Bedingungen für Kriegsflüchtlinge sicher zu stellen.

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