Moskau blockiert UNO-Untersuchung
Bei ihren Nachforschungen zum Abschuss der Passagiermaschine der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 über der Ostukraine vor einem Jahr haben niederländische Ermittler „womöglich“ Teile einer russischen BUK-Rakete identifiziert. Das erklärte am Dienstag das mit der Untersuchung der Absturzursache beauftragte Niederländische Büro für Sicherheit (OVV).
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In einem vorläufigen Bericht aus den Niederlanden vom September 2014 hieß es, die Schäden an dem Flugzeug seien offenbar von einer „großen Zahl von Objekten verursacht worden, die das Flugzeug mit hoher Geschwindigkeit von außen durchdrangen“. Die Behörde OVV will ihren Abschlussbericht zur genauen Absturzursache im Oktober veröffentlichen. Die Trümmerteile wurden bereits bei einer früheren Bergungsmission an der Absturzstelle der Boeing 777 in der Ostukraine sichergestellt.
Moskau blockiert Tribunal in UNO
Beim Absturz von Flug MH17 waren am 17. Juli 2014 alle Insassen ums Leben gekommen. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur gewesen. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Niederländer.

APA/EPA/Igor Kovalenko
Nach dem Absturz im Vorjahr dauerte es Tage, bis internationale Ermittler zum Absturzort vorgelassen wurden.
Die ukrainische Regierung und der Westen vermuten, dass prorussische Rebellen die Maschine mit einer von Russland gelieferten Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben. Moskau schreibt die Verantwortung hingegen Kiew zu. Russland hatte erst kürzlich die Einrichtung eines UNO-Tribunals zur Aufklärung des Vorfalls mit seinem Veto im UNO-Sicherheitsrat blockiert. Russlands UNO-Botschafter Witali Tschurkin zweifelte an der Unabhängigkeit einer UNO-Untersuchung.
Strafbehörden ermitteln weiter
Die Strafbehörden sagten, sie würden Rüstungsexperten und Forensiker zurate ziehen, um die Herkunft der Teile zu identifizieren: „Die forensische Untersuchung dauert an, und wir können nicht über deren Ausgang spekulieren“, betonte der Sprecher Wim de Bruin. Staatsanwälte der am meisten betroffenen Länder - die Niederlande, Malaysia, Belgien, Australien und die Ukraine - untersuchen den Absturz. Doch ist noch völlig unklar, wo, wann oder wie Verdächtige angeklagt würden, sollten sie identifiziert werden.
Man erhoffe sich in Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen zu dem Absturz am 17. Juli 2014 mehr Informationen darüber, wer daran beteiligt war, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Die Niederlande hätten Russland im Zuge eines Rechtshilfegesuchs um Unterstützung durch den russischen Hersteller von BUK-Raketen gebeten, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Ob es darauf aus Moskau eine Antwort gab, sei nicht bekannt.
Die Staatsanwaltschaft hatte schon zuvor erklärt, es sei das „wahrscheinlichste Szenario“, dass MH17 mit Hilfe eines Luftabwehrsystems BUK abgeschossen wurde. Die Ermittlungen werden in den Niederlanden geführt, weil die meisten Opfer Bürger dieses EU-Landes waren.
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