„El Chapo“ hatte bei Ausbruch Komplizen

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Bei seiner Flucht aus einer mexikanischen Haftanstalt hat DrogenBoss Joaquín „El Chapo“ Guzmán Hilfe von Angehörigen des Sicherheitspersonals gehabt. Nur so lasse sich der spektakuläre Ausbruch aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano erklären, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong gestern. Der Gefängnisdirektor sei bereits entlassen worden.

Nachlässigkeit seitens der Regierung schloss der Ressortchef aus. Die Haftanstalt entspreche internationalen Standards. Ein Großteil des Gebäudes werde mit Videokameras überwacht, zudem habe „El Chapo“ eine elektronische Fessel getragen. Trotz der höchsten Sicherheitsstufe sei Guzmán die Flucht geglückt. „Dieser Fehler beschämt uns alle“, sagte Osorio Chong.

Guzmán war am Samstag durch einen heimlich gegrabenen Tunnel aus dem Gefängnis im zentral gelegenen Bundesstaat México entkommen. Der unterirdische Gang ist nach Angaben der Behörden 1,5 Kilometer lang, rund 1,70 Meter hoch, 80 Zentimeter breit und verfügt über eine Luftzufuhr sowie Beleuchtung. Mit einem Motorrad, das auf Schienen fuhr, wurde die Erde aus dem Tunnel abtransportiert.

Es ist bereits die zweite Flucht von „El Chapo“ (deutsch: Der Kleine) aus einem Hochsicherheitsgefängnis. In einem Wäschewagen entkam er 2001 aus einer Haftanstalt und wurde erst 2014 wieder gefasst. Guzmán war der Kopf des mächtigen Drogenkartells von Sinaloa und einer der meistgesuchten Verbrecher der Welt.