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Hardware soll Inhalte verkaufen

Amazon investiert traditionell massiv in den Ausbau des Geschäfts - auch mit eigener Hardware und Services - und fährt deshalb bestenfalls schmale Gewinne ein. Umsatzbringer sind neben dem traditionellen Versandhandel dabei auch Amazons Cloud-Dienste.

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Im vergangen Jahr verzeichnete Amazon bei einem Umsatzplus von 20 Prozent auf 89 Mrd. Dollar wieder einen Verlust von 241 Mio. Dollar, 2013 gab es noch einen Gewinn in der Höhe. Auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete Amazon mit einem Verlust von 57 Mio. Dollar rote Zahlen, nach einem Gewinn von 108 Millionen Dollar im Vorjahr. Der Umsatz stieg erneut um 15 Prozent, laut Amazon vor allem durch ein starkes US-Geschäft und die schnell wachsende Cloud-Sparte Amazon Web Services.

Amazons Cloud-Dienste bringen neben Umsatz auch Gewinn. Der Umsatz des Bereichs schoss im ersten Quartal 2015 um fast die Hälfte auf 1,57 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) hoch. Das Cloud-Geschäft verdient auch Geld, mit einem operativen Ergebnis von 265 Mio. Dollar. Beim Cloud-Computing stellen Anbieter Speicherkapazität und Rechendienste online bereit. Ihre Kunden können damit auf den Kauf und die Wartung eigener Hardware verzichten.

Streamingservice liefert Amazons Inhalte

Amazon investiert auch viel in Hardware wie den E-Reader Kindle, der vor allem das E-Book-Geschäft Amazons ankurbeln soll und bei dem der Onlinehändler Autoren ermöglicht, ihre Bücher selbst zu publizieren. Während der Kindle sehr populär ist, konnte sich das Smartphone Fire Phone als Shoppingassistent bisher nicht gegen die Konkurrenz von Apple und Samsung durchsetzen, ebenso wenig wie Amazons Set-top-Box Fire Tv.

Der Onlinehändler hat zudem ein Tablet im Programm, das wie auch die andere Hardware vor allem darauf abzielt, die eigenen Inhalte wie aus dem Streamingdienst Instant Video auszuspielen. Ende August hat Amazon beim größten Zukauf seiner 20-jährigen Firmengeschichte fast eine Milliarde Dollar für die Videospieleplattform Twitch bezahlt, um eigene Inhalte auf verschiedenen Geräten und Plattformen ausspielen zu können.

Nun will der Onlinehändler den lauschenden Lautsprecher Echo bei seinen Kunden als persönlichen Assistenten etablieren. Echo hört auf Sprachkommandos und kann etwa den Wecker stellen, Einkaufslisten verwalten und Fragen mithilfe von Internetquellen wie Wikipedia beantworten.

Prime als Kundenbindungsprogramm

Mit seinem Prime-Service versucht der Internetkonzern zudem eine Art Premium-Service mit Abofunktion zu etablieren. Für 49 Dollar im Jahr bekommen Kunden laut Anbieter eine kostenlose und schnellere Lieferung ohne Mindestbestellwert sowie Zugang zu Amazons Videostreamingdienst und können auf ihren Kindle-Geräten Bücher ausleihen.

Firmenchef Jeff Bezos sieht Prime als wichtiges Instrument der Kundenbindung, auch wenn immer wieder darüber spekuliert wird, dass das Programm Amazon hohe Kosten für den Versand verursache. Der Konzern selbst nennt keine Zahlen dazu, außer, dass einige Dutzend Millionen Prime nutzen sollen. Laut Marktforschern kaufen Prime-Kunden deutlich mehr bei Amazon ein, nach einigen Berechnungen bringen sie dem Unternehmen doppelt so viel Umsatz wie Nutzer ohne Abo.

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