Immer wieder in den Schlagzeilen
Als Musiker ist er vor allem für den Megahit „I Don’t Like Mondays“ bekannt. Geschichte hat der Ire Bob Geldof aber mit seinem Engagement für Afrika geschrieben. Band Aid und das Megaevent Live Aid gingen auf seine Initiative zurück. In die Schlagzeilen kam er zuletzt aber vor allem wegen familiärer Schicksalsschläge.
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Zwar bespielt Geldof noch regelmäßig die großen Bühnen der Welt, doch die Öffentlichkeit nimmt den mehrfachen Anwärter auf den Friedensnobelpreis seit Jahren vor allem als Politaktivisten wahr. Afrika und der Schuldenerlass für Entwicklungsländer sind die großen Themen des Hauptinitiators von Band Aid und Live Aid, der für sein Engagement von der Queen zum Ritter geschlagen wurde.
„Ich habe nie aufgehört, Musik zu machen“, sagte Geldof zu seinem 60. Geburtstag. „Um den politischen Kram kümmere ich mich, weil mich das interessiert. Aber mein eigentliches Ding, das ich permanent mache, ist die Musik.“
Vom Straßenmusiker zum Superstar
Geldof begann als Straßensänger, Englischlehrer und schrieb schließlich Reportagen für das Musikmagazin „Georgia Street“ in Vancouver. Mitte der 70er Jahre gründete er in Dublin seine erste Band The Nightlife Thugs, die ursprünglich Rhythm and Blues spielte. Die Band übersiedelte 1976 nach England und änderte ihren Namen in The Boomtown Rats.
Mit „Rat Trap“ schaffte die Band 1978 einen Nummer-eins-Hit, es war der erste New-Wave-Song an der Spitze der britischen Charts. Ihr größter Hit war allerdings ein Jahr später „I Don’t Like Mondays“, das vom Amoklauf der Schülerin Brenda Ann Spencer in Kalifornien inspiriert wurde. Das kommende Album „Mondo Bongo“ verkaufte sich nicht rasend, 1982 trat Geldof dann ganz anders in Erscheinung: Er spielte die Hauptrolle im Film „Pink Floyd – The Wall“.
Von der Betroffenheit zum Aktivismus
Als Geldof 1984 eine Dokumentation über die Hungersnot in Äthiopien sah, war er so erschüttert, dass er umgehend etwas unternehmen wollte. Sein Engagement sollte sein Leben von Grund auf ändern. Zusammen mit dem Musiker Midge Ure von der Gruppe Ultravox schrieb Geldof das Lied „Do They Know It’s Christmas?“ und rief das Projekt Band Aid ins Leben, um Geld gegen den Hunger in Äthiopien zu sammeln. Animiert durch den Erfolg des Projekts organisierte er 1985 das weltweite Konzert Live Aid.
Der Rest ist Geschichte: Geldof wurde gemeinsam mit U2-Sänger Bono zum Inbegriff des Musikpolitaktivisten - für die einen sind sie Kämpfer für eine bessere Welt, für die anderen selbstgefällige Charity-Prominente. Immerhin kann man Geldof nicht absprechen, seine Mission ernst zu nehmen. Ihm wird nachgesagt, bei Gesprächen mit Politikern und anderen hohen Entscheidungsträgern bei Widerstand die traditionelle irische Pubstrategie anzuwenden: die Androhung ans Gegenüber, den Abend mit ein paar Zähnen weniger zu beenden.
Alben in losen Abständen
Seine Musikkarriere setzte Geldof als Solokünstler fort. 1986 veröffentlichte er das Album „Deep in the Heart of Nowhere“, die Single „This Is the World Calling“ wurde zumindest ein Achtungserfolg. Ab 1990 setzte er auf Folkklänge, das Album „The Vegetarians of Love“ und vor allem die Single „The Great Song of Indifference“ waren einigermaßen erfolgreich. Es folgten in losen Abständen drei weitere Alben „The Happy Club“ 1993, „Sex, Age & Death“ 2001 und „How to Compose Popular Songs That Will Sell“ 2001.
Frau und Tochter starben
Für mehr Schlagzeilen sorgte allerdings sein Privatleben, das von Schicksalsschlägen gezeichnet ist. Die Journalistin Paula Yates, seine erste Frau und Mutter seiner drei Töchter Fifi Trixibelle, Peaches und Pixi, verließ ihn nach zehn Jahren Ehe 1995 für Michael Hutchence. Dieser starb nur zwei Jahre später unter mysteriösen Umständen, von Suizid sprechen die einen, von einem autoerotischen Unfall die anderen.
Yates starb 2000 an einer Überdosis Drogen. Tochter Peaches Geldof geriet ebenfalls mehrfach mit Drogen in die Schlagzeilen, am 7. April 2014 starb sie an einer Überdosis Heroin. Geldof selbst heiratete heuer seine langjährige Lebensgefährtin Jeanne Marine.
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