Militäranlage Parchin im Visier
Beim Streit über den Zugang internationaler Kontrolleure zu iranischen Militäranlagen geht es vor allem um Parchin. Auf dem Areal 30 Kilometer südöstlich von Teheran soll nach Angaben westlicher Geheimdienste an Simulationstests von Atomsprengköpfen gearbeitet worden sein. Der Iran bestreitet das. Beweise gibt es bisher nicht.
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Das zivile iranische Atomprogramm begann 1957 mit einem Abkommen mit den USA, die Aufbauhilfe leisteten. In den späten 1980er Jahren soll der Iran laut einem IAEA-Bericht von 2011 ein militärisches Atomprogramm begonnen haben. Die Arbeiten an Atomwaffen seien wegen des Irak-Krieges 2003 unterbrochen, später aber zumindest vorübergehend wiederaufgenommen worden.
Westen vermutet Kernwaffenexperimente
Eine zentrale Rolle soll Parchin spielen. In einem Teil der Anlagen werden Raketen entwickelt, in einem anderen Teil konventionelle Militärsprengstoffe. In diesem Chemiekomplex wurde im Jahr 2000 ein großer Metallbehälter errichtet, der einer Explosion im Inneren von 70 Kilogramm hochexplosiver Sprengmittel standhalten soll.
Er könnte laut IAEA zur Entwicklung von Kernwaffen gedient haben. Möglicherweise habe es mit dem Behälter Versuche zur Entwicklung von Implosionsbomben gegeben. Auch mit Zündern zur Freisetzung von Neutronen, die eine Kettenreaktion einleiten, sei möglicherweise experimentiert worden. Bei Implosionsbomben wird spaltbares Material in einer (Halb-)Kugel durch die Explosion eines sie umgebenden konventionellen Sprengmittels so zusammengepresst, dass eine atomare Kettenreaktion ausgelöst wird.
Spuren beseitigt?
Die IAEA forderte im Jänner 2012 vergeblich Zugang zu der Anlage, um die Geheimdienstinformationen zu überprüfen. Seitdem wurden in Parchin der IAEA zufolge Gebäude abgerissen, Material abtransportiert und Erdflächen asphaltiert. Damit ist offen, was Kontrolleure noch feststellen könnten, wenn die Versuche tatsächlich stattgefunden haben. Bereits 2005 hatten IAEA-Inspektoren in einem anderen Sektor Parchins nach Berichten über Arbeiten mit abgereichertem Uran Gebäude überprüft und Bodenproben entnommen, aber keinen Hinweis auf Atommaterial gefunden.
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