SPÖ: Interner Gegenwind für Faymann
Der SPÖ-interne Gegenwind für den Parteivorsitzenden Werner Faymann wird rauer. Als Ergebnis des „Rettungskongresses“ am vergangenen Sonntag hat sich nun eine parteiinterne Plattform namens „Kompass“ als „Gegenbewegung“ gegründet und wirbt bei den Mitgliedern um Mitarbeit. Sprachrohr ist der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler, der die Initiative gestern in einer Aussendung vorstellte.
Denn die Unzufriedenheit beim „Rettungskongress“ - zu dem neben Babler die SJ-Vorsitzende Julia Herr, Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger und der oberösterreichische Betriebsrat Christian Buchinger geladen hatten - sei groß gewesen.
Bisher 350 Mitglieder
Und so sparte Babler nicht mit Kritik an der Parteispitze: Den Namen „Kompass“ habe man gewählt, weil die SPÖ einem Schiff gleiche, das „völlig orientierungslos umhertreibt, ohne Steuermann, und so dringend einen Kurswechsel braucht“. Präsentieren will sich die Plattform kommende Woche, bereits jetzt seien über 350 Mitglieder an Bord.
Die rund 200 Teilnehmer am Kongress hätten beklagt, dass die SPÖ den Zugang zu den realen Lebensumständen vieler Menschen verloren habe und in eine „unverbindliche und beliebige Politik abgeglitten“ sei. Rot-Blau im Burgenland sei da nur „einer der letzten Tabubrüche“. Der „Kongress“ sei sich einig gewesen, „nicht mehr darauf zu vertrauen, dass die Parteispitze von sich aus hier Kurskorrekturen vornehmen wird“. Man wolle „eine starke Gegenbewegung innerhalb der Sozialdemokratie in Gang bringen“.
SPÖ demonstriert Gelassenheit
In der SPÖ kommentiert man die Gründung der internen Gegenbewegung gelassen. „Lebendige Diskussionen stehen in einer demokratischen Partei an der Tagesordnung“, hieß es in der Partei. „Es treffen sich regelmäßig viele Menschen in ganz Österreich und diskutieren über soziale Politik.“