Demos gegen Fahrdienstvermittler
Französische Taxifahrer haben aus Protest gegen den Fahrdienstvermittler Uber zahlreiche Straßen blockiert und ein Verkehrschaos ausgelöst. Auf der Ringautobahn um die Hauptstadt Paris legten Streikende am Donnerstag Feuer, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Behinderungen gab es auch auf Bahnhöfen und den beiden großen Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly. Hier wurden Zufahrtsstraßen blockiert. Die Wut der Taxifahrer richtet sich gegen das Angebot UberPop, mit dem sich Privatleute ohne Lizenz mit ihren Autos als Fahrer anbieten können. Das ist in Frankreich nach Angaben der Regierung illegal, trotzdem sind Wagen unterwegs. In den vergangenen Wochen war es wiederholt zu Aggressionen zwischen Taxifahrern und UberPop-Fahrern gekommen.

APA/EPA/Ian Langsdon
Wüste Proteste gegen Uber
Auch in anderen Ländern hatten Taxiverbände erbittert gegen Uber gestritten. In Deutschland etwa wurde der Dienst UberPop für rechtswidrig erklärt. Uber versucht nun einen Neustart nach deutschen Regeln mit dem Dienst UberX, bei dem Fahrer die nötigen Genehmigungen haben und die Fahrzeuge offiziell als Mietwagen zugelassen sind. Das Unternehmen wehrt sich gegen die Verbote unter anderem mit einer Beschwerde bei der EU-Kommission. In Österreich ist Uber in Wien aktiv.
Courtney Love: In Bagdad sicherer
In Frankreich hatten Taxigewerkschaften zum unbefristeten Streik aufgerufen, um die Regierung zu einem härteren Vorgehen gegen die aus ihrer Sicht unfaire Konkurrenz zu zwingen. „Seit zwei Jahren sagt die Regierung, dass sie etwas machen will. Sie macht nichts“, empörte sich ein Taxifahrer im Sender BFMTV.

Twitter
Dabei kam es laut Medienberichten vereinzelt zu Übergriffen. Die US-amerikanische Sängerin Courtney Love klagte im Kurzmitteilungsdienst Twitter, ihr Wagen sei in Paris angegriffen worden. „Sie schlagen die Autos mit Metallstangen. Ist das Frankreich? In Bagdad bin ich sicherer“, schrieb die 50-Jährige.

APA/EPA/Ian Langsdon
Taxifahrer blockierten wichtige Verbindungen
Ausweitung auf weitere Städte
Uber hatte vor Kurzem angekündigt, sein Angebot auf drei weitere Städte auszuweiten. Die US-Firma verweist darauf, dass der Rechtsstreit über das erst im Herbst beschlossene Verbot noch laufe. Innenminister Bernard Cazeneuve hatte vor dem Aktionstag der Taxifahrer zur Ruhe aufgerufen. Am Donnerstag wies er den Polizeipräfekten von Paris an, den Dienst UberPop zu verbieten, wie das in anderen Departements schon geschehen ist. Die Regierung verweist allerdings darauf, dass die Verbote durchgesetzt werden müssten und das Zeit brauche. Das Angebot UberX mit lizenzierten Chauffeurdienst ist weiterhin zugelassen.
Links: